Silber Preis: 55,31 Prozent Jahresgewinn
Silber steigt auf 58,74 Dollar je Feinunze, getragen von Dollar-Schwäche und geopolitischen Hoffnungen. Trotz Monatsverlust bleibt die Jahresbilanz stark.

Kurz zusammengefasst
- Silberpreis steigt auf 58,74 Dollar
- Dollar-Schwäche stützt Edelmetall
- Gold-Silber-Verhältnis fällt unter 69
- Fed-Erhöhungsfantasie belastet Silber
Steigende Zinsen gelten eigentlich als Gift für Edelmetalle. Diese Woche zeigt Silber das Gegenteil. Der Preis springt auf 58,74 Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,83 Prozent zum Vortag. Der Grund liegt nicht bei der Fed – sondern beim Dollar.
Auf Monatssicht bremst sich die Rally allerdings ab. Der Silberpreis verliert binnen vier Wochen 5,32 Prozent. Im Jahresvergleich bleibt die Bilanz trotzdem beeindruckend: Silber notiert 55,31 Prozent höher als vor zwölf Monaten.
Dollar-Schwäche treibt den Preis
Der US-Dollar fällt auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni. Auslöser sind Interventionen am Devisenmarkt, mit denen Behörden den Yen stützen. Ein schwächerer Dollar macht Silber für Käufer außerhalb der USA günstiger. Das begrenzt die Verluste des Edelmetalls zusätzlich.
Gold-Silber-Verhältnis kippt
Auch im Vergleich zu Gold gewinnt Silber an Stärke. Gold hält bei 4.060 Dollar je Unze. Silber springt um 2,5 Prozent auf 59 Dollar.
Das drückt das Gold-Silber-Verhältnis unter die Marke von 69. Ein sinkendes Verhältnis zeigt: Silber wird im Vergleich zu Gold relativ stärker.
Geopolitik: Hoffnung auf Hormus-Öffnung
Silber pendelt sich am Dienstag um 58 Dollar je Unze ein. Investoren beobachten die US-Iran-Gespräche zur möglichen Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Trump zeigt sich optimistisch: Sein Gesprächsangebot sei Teherans letzte Chance auf eine Einigung, sagte er. Iran bestreitet direkte Gespräche mit den USA, räumt aber Fortschritte mit Oman ein.
Fed überrascht mit hawkischer Tonlage
Eigentlich rechnete der Markt zuletzt mit Zinssenkungen. Jetzt zeigt sich das Gegenteil: Investoren preisen eine rund 68-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein. Die Fed ließ die Zinsen in der vergangenen Woche unverändert. Drei Offizielle stimmten dagegen und warnten vor zu langem Zögern.
Fed-Vertreter John Williams betont, die Geldpolitik sei weiterhin gut positioniert. Die Inflation dürfte in der zweiten Jahreshälfte nachlassen, so seine Einschätzung. Die hawkishe Positionierung überrascht Marktbeobachter. Hintergrund ist auch der Ölpreisanstieg infolge der Spannungen im Nahen Osten.
Blick auf die Woche
Diese Woche richten Investoren den Blick auf US-Arbeitsmarktdaten. Besonders der Beschäftigungsbericht am Freitag dürfte weitere Hinweise zur Fed-Politik liefern. Fallen die Daten schwächer aus als erwartet, könnte sich die Zinserwartung wieder Richtung Lockerung verschieben. Das wäre günstig für Silber, das selbst keine Zinsen abwirft.
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