Silber Preis: 57.000 Stellen treiben Kurs
Schwache US-Jobdaten lassen Zinserwartungen sinken und treiben den Silberpreis auf 61 Dollar. KI-Bedarf stützt die Nachfrage zusätzlich.

Kurz zusammengefasst
- Silber springt auf 61,11 Dollar
- Nur 57.000 neue US-Jobs im Juni
- KI-Infrastruktur treibt Edelmetallnachfrage
- Angebotsseite bleibt angespannt
Silber springt am Donnerstag deutlich nach oben. Der Auslöser: schwache US-Arbeitsmarktdaten werfen die Zinserwartungen der Notenbank über den Haufen. Das Edelmetall profitiert sofort von einem schwächeren Dollar und fallenden Anleiherenditen.
Schwache Jobdaten setzen Fed unter Druck
Der Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft enttäuscht am Donnerstag deutlich. Im Juni entstehen nur 57.000 neue Stellen. Das ist der niedrigste Wert seit Monaten. Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet.
Die schwachen Zahlen bringen den neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh in eine schwierige Lage. Warsh hatte zuletzt einen restriktiven Kurs angekündigt, um die Inflation Richtung 2-Prozent-Ziel zu drücken. Nach dem enttäuschenden Bericht schwinden die Wetten auf eine Zinserhöhung im September.
Das trifft Silber direkt. Als unverzinstes Asset konkurriert das Metall mit den Realrenditen von Anleihen. Sinkt die Aussicht auf straffere Geldpolitik, steigt die Nachfrage nach Silber.
KI-Boom gleicht schwächere Solarnachfrage aus
Neben der kurzfristigen Zinsstory bewegt sich auch das fundamentale Angebots- und Nachfragebild. Die Solarindustrie senkt ihren Silberbedarf pro Einheit, weil Hersteller effizientere Zellen bauen und teils auf Kupfer als Ersatzstoff setzen.
Ein neuer Treiber entsteht dagegen in der KI-Infrastruktur. Hochleistungschips und Rechenzentren brauchen wegen ihrer thermischen Anforderungen mehr hochleitfähige Edelmetalle. Marktexperten beobachten hier ein Nachfragewachstum im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr.
Auf der Angebotsseite bleibt der Markt angespannt. Ein Großteil der Silberförderung fällt nur als Nebenprodukt beim Abbau von Kupfer, Blei und Zink an. Das Angebot kann deshalb kaum auf steigende Preise reagieren.
Iran-Gespräche sorgen für zusätzliche Unsicherheit
Geopolitische Spannungen stützen den Preis zusätzlich. Die indirekten Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha verlaufen Berichten zufolge schleppend. Besonders die iranische Forderung nach Durchfahrtsgebühren für die Straße von Hormus verunsichert die Rohstoffmärkte, da sie Energiekosten und globale Inflation antreiben könnte.
Der Spotpreis für Silber klettert im Handel auf rund 61,11 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Plus von etwa 3,36 Prozent. Am Terminmarkt notiert der Juli-2026-Future zeitweise bei 61,38 US-Dollar.
Händler blicken jetzt auf zwei Marken. Nach oben gilt die Widerstandszone bei 63,00 US-Dollar als nächste Hürde. Nach unten bleibt die Marke von 55,70 US-Dollar die wichtige technische Unterstützung.
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