Silber Preis: 57 Dollar nach Nahost-Eskalation

Geopolitische Spannungen und steigende Zinserwartungen setzen den Silberpreis unter Druck. Der Kurs fällt auf 57 US-Dollar.

Redaktion Stock-World ·
Ein glänzender Silberbarren auf dunklem Schieferuntergrund als Symbol für die Wertentwicklung von Edelmetallen. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Silberkurs fällt auf 57 Dollar
  • Houthi-Angriffe treiben Ölpreise
  • Fed-Sitzung erhöht Zinsdruck
  • Indische Silberimporte schwächeln

Zwei angegriffene Öltanker im Roten Meer, eskalierende Angriffe auf Iran und eine Fed, die vor der Zinsentscheidung steht. Silber gerät zwischen diesen Fronten unter Druck. Der Kurs fiel am Freitag in Richtung 57 US-Dollar je Feinunze, nachdem er in der Vorsitzung bereits um mehr als 3 Prozent eingebrochen war.

Trotz des Rückschlags bleibt die Wochenbilanz für das Industriemetall positiv. Kurzfristig zählt aber vor allem eines: die Angst vor länger hohen Zinsen.

Houthi-Angriffe treiben Ölpreise nach oben

Der Auslöser liegt im Roten Meer. Iran-unterstützte Houthi-Milizen erklärten, sie hätten zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen. Die Befürchtung: weitere Störungen der globalen Energieflüsse.

Die Eskalation trieb die Rohölpreise auf ein Sechs-Wochen-Hoch. Höhere Ölpreise bedeuten mehr Inflationsdruck. Das wiederum nährt die Erwartung, dass die Fed die Zinsen länger hoch hält.

Die USA starteten zudem eine zwölfte Nacht in Folge mit Angriffen auf Iran. Das löste weitere Vergeltungsmaßnahmen aus und verstärkte die Sorge um die Energieexporte am Golf. Präsident Trump warnte, die USA würden militärische Schläge gegen iranische Infrastruktur erwägen, sollten die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus über das Wochenende anhalten.

Fed-Sitzung rückt in den Fokus

Die geopolitische Lage wirkt direkt auf die Zinserwartungen — und die belasten Silber aktuell am stärksten. Die Fed trifft sich kommende Woche. Analysten erwarten, dass die Notenbank die Zinsen zunächst unverändert lässt.

Die Märkte rechnen trotzdem mit einer weiteren Straffung im Jahresverlauf. Sie preisen eine Wahrscheinlichkeit von 61 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein. Manche Marktbeobachter sehen diese Wahrscheinlichkeit sogar bei fast 78 Prozent.

Steigende Zinserwartungen erhöhen die Opportunitätskosten fürs Halten zinsloser Anlagen wie Silber und Gold. Das verstärkt den Verkaufsdruck zusätzlich. Frische US-Zölle von 10 bis 12,5 Prozent auf Importe wichtiger Handelspartner sorgen obendrein für zusätzliche Unsicherheit.

Indien bremst bei Silberimporten

Nicht nur Makrofaktoren belasten den Preis. Auch die physische Nachfrage schwächelt. Indiens Silberimporte verlangsamten sich deutlich, weil eine neue Lizenzregelung die Lieferungen ausbremst.

Indien zählt traditionell zu den größten physischen Silberkäufern weltweit. Die Störung trieb die lokalen Aufschläge auf Mehrmonatshochs. Kurzfristig dürfte das die Nachfragebilanz belasten.

Gold-Silber-Verhältnis bleibt unauffällig

Trotz der Volatilität bewegt sich das Bewertungsverhältnis zwischen Gold und Silber in einem historisch normalen Bereich. Es lag zur Eröffnung bei 67,9 — im Einklang mit dem Durchschnitt seit dem Jahr 2000. Das Ratio zeigt, wie viele Unzen Silber für eine Unze Gold nötig sind.

Ein Wert über 75 würde signalisieren, dass Silber unterbewertet ist. Davon ist der Markt derzeit weit entfernt.

Das Risiko-Umfeld reicht über Edelmetalle hinaus. Nach dem Tanker-Angriff verkauften Anleger auch Kryptowährungen stark ab. Bitcoin fiel unter die Marke von 60.000 Dollar, Ether geriet ebenfalls unter Druck.

Fed-Sitzung am Mittwoch als nächster Test

Die Entwicklung im Nahen Osten dürfte für Silber weiter richtungsweisend bleiben. Spitzt sich die Lage an der Straße von Hormus weiter zu, könnten steigende Ölpreise die Inflationssorgen zusätzlich anheizen — und damit auch die Erwartungen an eine straffere Fed-Politik. Am kommenden Mittwoch entscheidet die Fed über die Zinsen. Dieser Termin dürfte mitbestimmen, wohin sich Silber kurzfristig bewegt.

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