Silber Preis: 58,31 USD je Feinunze
Silber steigt um 1,5 Prozent, nachdem US-Inflationsdaten die Erwartungen erfüllen. Ein schwächerer Dollar und ein anhaltendes Angebotsdefizit stützen das Edelmetall.

Kurz zusammengefasst
- Silber legt nach PCE-Daten zu
- US-Dollar-Index gibt nach
- Arbeitsmarkt zeigt sich robust
- Angebotsdefizit bleibt strukturell
Silber holt am Donnerstag Luft. Nach dem jüngsten Abverkauf notiert das Edelmetall bei rund 58,31 USD je Feinunze — ein Plus von etwa 1,5 Prozent gegenüber dem Vortag. Auslöser: US-Inflationsdaten, die keine bösen Überraschungen lieferten.
PCE-Daten dämpfen den Dollar
Der PCE-Preisindex für Mai stieg im Jahresvergleich um 4,1 Prozent. Exakt das hatten Analysten erwartet. Die Kernrate legte 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat zu.
Weil die Zahlen den Markt nicht schockten, gab der US-Dollar-Index nach. Er fiel leicht von seinem Einjahreshoch auf rund 101,30 Punkte. Ein schwächerer Dollar macht Silber für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger — das treibt die Nachfrage.
Arbeitsmarkt stark, Industrie schwächer
Parallel veröffentlichte Konjunkturdaten lieferten ein gemischtes Bild. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sanken auf 215.000 — Ökonomen hatten mit 225.000 gerechnet. Der Arbeitsmarkt bleibt also robust.
Anders bei den Auftragseingängen für langlebige Güter: Sie fielen im Mai um 4,5 Prozent. Das entsprach den Erwartungen und deutet auf eine Abschwächung im verarbeitenden Gewerbe hin. Kein Alarm, aber auch kein Rückenwind.
Strukturelles Defizit als Fundament
Das mittelfristige Bild für Silber bleibt zweigeteilt. Fed-Chef Kevin Warsh hält an einem restriktiven Kurs fest. Märkte preisen eine weitere Zinserhöhung im September 2026 ein. Hohe Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für das unverzinste Metall.
Auf der anderen Seite steht ein hartnäckiges Angebotsdefizit. Der globale Silbermarkt steuert 2026 auf ein Defizit von rund 46,3 Millionen Unzen zu. Es wäre das sechste Jahr in Folge, in dem die Nachfrage das Angebot übersteigt. Die Photovoltaik-Industrie bleibt dabei der wichtigste Nachfragetreiber — trotz steigender Effizienz der Solarzellen.
Ob der heutige Anstieg mehr als eine technische Gegenbewegung ist, hängt maßgeblich davon ab, wie die Fed auf die kommenden Datenpunkte reagiert. Der nächste wichtige Termin: die Fed-Sitzung im September.
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