Silber Preis: 58,38 Dollar Tiefpunkt

Silber erholt sich nach Wochenmitte-Tief, bleibt aber unter Druck durch Zinserhöhungsängste und Nahost-Konflikt.

Redaktion Stock-World ·
Ein glänzender Silberbarren, der teilweise in dunkles, spiegelndes Wasser getaucht ist. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Wöchentlicher Kursrutsch auf 58,38 Dollar
  • Erholung am Freitag auf 60,38 Dollar
  • Zinserhöhungserwartungen belasten Edelmetall
  • Geopolitische Spannungen treiben Volatilität

Silber durchlebt eine turbulente Woche. Der Preis fiel am Mittwoch auf 58,38 US-Dollar je Feinunze, den tiefsten Stand seit Dezember 2025. Am Freitag drehte das Edelmetall kräftig nach oben und schloss bei 60,38 Dollar, ein Plus von 2,89 Prozent.

Zinserhöhungsängste drücken den Kurs

Der Rückgang zur Wochenmitte geht auf veränderte Erwartungen zur US-Geldpolitik zurück. Märkte preisen nun mindestens eine Zinserhöhung der Federal Reserve bis Ende 2026 ein. Das schmälert die Attraktivität von Silber, das keine Zinsen abwirft.

Am Mittwoch verschärfte sich die Lage zusätzlich. US-Präsident Donald Trump erklärte ein vorläufiges Friedensabkommen mit dem Iran für beendet. Die Ölpreise schossen daraufhin um mehr als 5 Prozent nach oben und befeuerten die Inflationssorgen weiter.

Fed-Protokolle zeigen Uneinigkeit

Ein Blick in die Notenbank-Kommunikation offenbart Widersprüche. Die Protokolle der Juni-Sitzung zeigten: Nur wenige Entscheidungsträger befürworteten damals eine Zinserhöhung. Trotzdem äußerten die Beamten wachsende Sorge über die Inflation.

Am Terminmarkt hat sich die Erwartungshaltung dennoch verschoben. Investoren preisen inzwischen eine 66-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September ein. Am Dienstag lag dieser Wert noch bei 62 Prozent.

Unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh richten Investoren den Blick nun auf kommende Konjunkturdaten. Auch seine Aussagen vor dem US-Kongress dürften die Erwartungen weiter prägen.

Nahost-Konflikt treibt die Nervosität

Der Konflikt im Nahen Osten bleibt ein zentraler Preistreiber. Silber stieg am Donnerstag auf fast 59 Dollar, während die Öl-Rallye ins Stocken geriet. Das US-Militär bestätigte am zweiten Tag in Folge Angriffe auf den Iran.

Trump erklärte, der Waffenstillstand sei aus seiner Sicht vorbei. Er warnte vor weiteren Angriffen und einer neuen Blockade. Diese Rhetorik hält die Nervosität an den Rohstoffmärkten hoch, da Energiepreise und Inflationserwartungen eng zusammenhängen.

Charttechnik zeigt klaren Abwärtstrend

Trotz der Erholung am Freitag bleibt der langfristige Trend negativ. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,73 Prozent, auf Monatssicht sind es 4,91 Prozent. Seit Jahresbeginn hat Silber bereits 16,45 Prozent verloren.

Die gleitenden Durchschnitte unterstreichen das Bild. Der Kurs liegt 14,45 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 70,58 Dollar. Zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt der Abstand sogar 17,61 Prozent.

Vom Rekordhoch bei 121,78 Dollar aus Ende Januar 2026 hat sich der Preis mehr als halbiert. Das entspricht einem Rückgang von 50,42 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief bei 45,51 Dollar aus Ende Oktober 2025 beträgt der Abstand dagegen noch 32,67 Prozent.

Der RSI von 40,9 deutet auf einen Markt hin, der weder überkauft noch überverkauft ist. Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 51,11 Prozent – ein Wert, der die aktuelle Unsicherheit klar widerspiegelt.

Minenproduktion liefert Gegengewicht

Auf der Angebotsseite liefern aktuelle Unternehmenszahlen zusätzlichen Kontext. First Majestic Silver meldete für das zweite Quartal 2026 eine Produktion von 3,8 Millionen Unzen Silber und 34.660 Unzen Gold. Solche Zahlen fließen in die Einschätzung der künftigen Angebotslage ein, die neben Zinspolitik und Geopolitik zu den wichtigsten Preisfaktoren zählt.

Für die kommende Woche richten Investoren den Blick auf neue US-Inflationsdaten. Zusätzlich dürften weitere Stellungnahmen der Fed unter Kevin Warsh die Richtung vorgeben. Die Kombination aus restriktiveren Zinserwartungen und geopolitischer Unsicherheit im Nahen Osten hält die Schwankungsbreite bei Silber vorerst hoch.

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