Silber Preis: 66 Dollar nach US-Iran-Deal
Silber schwankt stark zwischen Hoffnung auf Frieden und Zinsängsten. Fed-Chef Warsh signalisiert mögliche Erhöhungen, was das Edelmetall belastet.

Kurz zusammengefasst
- Heftige Kursschwankungen zum Wochenstart
- US-Iran-Deal beflügelt, Trump bremst
- Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen
- Gold-Silber-Ratio steigt deutlich an
Der Silberpreis erlebt einen wilden Wochenstart. Zwischen Hoffnungen auf einen US-Iran-Deal und harschen Zinssignalen der US-Notenbank suchen Anleger nach Orientierung. Die Folge: extreme Preisschwankungen beim weißen Metall.
Zwischen Friedenshoffnung und Trumps Drohungen
Am Montagmorgen kletterte die Feinunze im asiatischen Handel zunächst auf knapp 66 US-Dollar. Damit endete eine dreitägige Verlustserie. Auslöser waren Berichte über einen möglichen Friedensvertrag zwischen den USA und dem Iran. Ein solcher Deal könnte die Ölpreise drücken und Inflationssorgen lindern. Das stützt Edelmetalle.
Donald Trump torpedierte diese Hoffnungen kurz darauf. Der US-Präsident drohte dem Iran mit direkten Angriffen. Brisantes Timing: Parallel verhandelte Vizepräsident JD Vance mit iranischen Vertretern. Silber reagierte prompt und rutschte wieder auf rund 64 Dollar ab.
Fed-Chef Warsh schockt die Märkte
Der entscheidende Bremsklotz für Edelmetalle bleibt die Geldpolitik. Die Federal Reserve beließ den Leitzins im Juni zwar unverändert. Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh schlug die Zentralbank jedoch drastischere Töne an.
Die US-Inflation verharrt bei hartnäckigen 4,2 Prozent. Fast die Hälfte der Fed-Entscheider erwartet daher weitere Zinserhöhungen im laufenden Jahr. Die Märkte rechnen fest mit einem Schritt im September. Ausschussmitglieder diskutieren sogar Straffungen für Ende 2026.
Gold-Silber-Ratio weitet sich aus
Diese Zinsangst treibt den US-Dollar und belastet zinslose Anlagen. Das zeigt sich deutlich im Verhältnis zum Gold. Das Gold-Silber-Ratio sprang im Juni spürbar nach oben. Silber verlor dadurch seinen massiven relativen Preisvorteil aus dem Vormonat.
Auf Monatssicht verbilligte sich das Edelmetall um gut 14 Prozent. Auf Jahressicht steht dennoch ein massives Kursplus. Neue Klarheit bringt das Ende der Woche. Dann veröffentlicht die US-Regierung die aktuellen PCE-Inflationsdaten, den bevorzugten Preisindikator der Fed.
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