Silber Preis: 6,70 Prozent Wochenrutsch auf 56,22 Dollar

Der Silberpreis fällt unter 60 US-Dollar, während der Iran-Konflikt Öl und Dollar treibt. Analysten sehen trotz Angebotsdefizit kurzfristiges Rückschlagrisiko.

Redaktion Stock-World ·
Ein glänzender Silberbarren vor einem unscharfen Finanzdiagramm, das einen Abwärtstrend zeigt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Silber schließt bei 56,22 US-Dollar
  • Wöchentlicher Verlust von 6,7 Prozent
  • Starker Dollar und Zinserwartungen belasten
  • Angebotsdefizit spricht für mittelfristige Erholung

Am Freitag schloss das Edelmetall bei 56,22 US-Dollar, nachdem es im Wochenverlauf zeitweise bis auf 55,82 US-Dollar abgerutscht war. Damit verlor Silber auf Wochensicht rund 6,70 Prozent an Wert – ein deutlicher Rückschlag für ein Metall, das eigentlich von geopolitischer Unsicherheit profitieren sollte.

Iran-Konflikt treibt Öl und Dollar, nicht Silber

Paradox mutet die aktuelle Marktreaktion an: Der eskalierende Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat die Ölpreise kräftig nach oben getrieben, Brent-Rohöl kletterte zeitweise über 90 US-Dollar je Barrel und verzeichnete Wochengewinne von rund 16 Prozent. Hintergrund sind fortgesetzte US-Angriffe auf iranische Ziele wie Kommandozentren, Luftabwehrstellungen und Raketenstartplätze sowie iranische Vergeltungsschläge, darunter Attacken auf kuwaitische Öl- und Energieinfrastruktur und Angriffe auf Schiffsverkehr in der Straße von Hormus. Der Schiffsdurchgang durch die für rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels wichtige Meerenge ist deutlich eingeschränkt.

Statt als sicherer Hafen zu profitieren, gerät Silber unter Druck. Grund ist eine Kombination aus steigenden Ölpreisen, die Inflationssorgen schüren, und einem parallel erstarkenden US-Dollar. Ein fester Greenback verteuert Silber für Käufer außerhalb der USA und dämpft die Nachfrage. Zusätzlich belastet die Erwartung, dass die US-Notenbank angesichts der durch Öl und den KI-Investitionsboom angeheizten Inflation länger an höheren Zinsen festhalten könnte. Fed-Chef Kevin Warsh hatte in einer Kongressanhörung Mitte Juli betont, keine Toleranz für Inflation oberhalb der Zielmarke zu haben, und sich gegen eine vorherige Signalisierung von Zinsschritten ausgesprochen. Am Anleihemarkt gehen Investoren zunehmend von einer möglichen Zinsanhebung noch in diesem Jahr aus, was zinslose Anlagen wie Edelmetalle unattraktiver macht.

Analysten sehen Angebotsdefizit, aber auch Rückschlagrisiko

Trotz des Kursrutsches verweisen Marktbeobachter auf strukturelle Faktoren, die für Silber sprechen könnten. Das Angebot auf dem globalen Silbermarkt übersteigt die Nachfrage seit mehreren Jahren in Folge nicht mehr – ein Defizit, das durch die anhaltend hohe Nachfrage aus der Solarindustrie und der Elektronikbranche gestützt wird. Auf dieser Basis halten Analysten mittelfristig eine Erholung des Silberpreises auf rund 72 US-Dollar für möglich.

Kurzfristig sehen dieselben Beobachter allerdings auch erhebliches Rückschlagpotenzial: Sollte sich der Abwärtstrend fortsetzen, sei ein Rutsch auf 40 bis 50 US-Dollar nicht ausgeschlossen. Charttechnisch untermauert wird diese Unsicherheit durch den Relative-Stärke-Index, der bei 34,6 notiert und sich damit der überverkauften Zone nähert – ein Signal, das üblicherweise auf eine mögliche Bodenbildung hindeutet, aber keine Garantie für eine unmittelbare Trendwende darstellt.

Breiterer Marktkontext bleibt angespannt

Die Gemengelage aus Nahost-Eskalation, anhaltenden US-Angriffen auf iranische Ziele über mehrere Nächte in Folge und iranischen Gegenschlägen auf Kuwait sorgt weiterhin für Nervosität an den Rohstoffmärkten. Die USA haben zusätzliche Kampfjets vom Typ F-16 und F-35 in die Region verlegt, während Jordanien nach eigenen Angaben mehrere iranische Raketen abgefangen hat. Für Silber bedeutet dieses Umfeld eine ungewöhnliche Konstellation: Statt als Krisenwährung zu fungieren, wird das Metall derzeit stärker von der Zins- und Dollar-Dynamik getrieben als von der geopolitischen Risikoprämie, die andere Rohstoffe wie Öl derzeit beflügelt.

Anzeige

Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 25. September liefert die Antwort:

Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Silber Preis Rohstoff

64,93 USD

– 1,60 USD -2,40 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: XC0009653103

Community Forum zu Silber Preis

Ähnliche Artikel

European Lithium Aktie: Abstimmung im Oktober entscheidend!

European Lithium Aktie: Abstimmung im Oktober entscheidend!

Übernahmen ·
Nokia Aktie: Jefferies bestätigt Kaufempfehlung

Nokia Aktie: Jefferies bestätigt Kaufempfehlung

Telekommunikation ·
Pyrum Innovations Aktie: Die Dillingen-Katastrophe!

Pyrum Innovations Aktie: Die Dillingen-Katastrophe!

Industrie ·
Green Bridge Metals Aktie: Titac North-Bohrungen starten?

Green Bridge Metals Aktie: Titac North-Bohrungen starten?

Trading & Momentum ·
Wienerberger Aktie: Ziegelfertigung in St. Andrä beendet

Wienerberger Aktie: Ziegelfertigung in St. Andrä beendet

Industrie ·

Weitere Artikel zu Silber Preis

Alle Artikel anzeigen
Silber Preis: Fed-Zinsentscheid setzt unter Druck

Silber Preis: Fed-Zinsentscheid setzt unter Druck

Gold & Edelmetalle ·
Silber Preis: 2,3 Prozent Plus auf 67,92 Dollar

Silber Preis: 2,3 Prozent Plus auf 67,92 Dollar

Forex ·
Silber Preis: 3,3 Prozent Plus in einer Woche

Silber Preis: 3,3 Prozent Plus in einer Woche

Gold & Edelmetalle ·
Silber Preis: De-Silvering verdrängt das Metall

Silber Preis: De-Silvering verdrängt das Metall

Gold & Edelmetalle ·
Silber Preis: Fed-Entscheidung am 16. September

Silber Preis: Fed-Entscheidung am 16. September

Gold & Edelmetalle ·