Silber Preis: 8 Prozent Crash auf 67,96 Dollar
Robuste US-Arbeitsmarktdaten lassen Zinssenkungshoffnungen schwinden und drücken den Silberpreis um acht Prozent nach unten.

Kurz zusammengefasst
- Acht Prozent Tagesverlust bei Silber
- US-Jobmarkt bremst Zinssenkungserwartungen
- Anhaltendes Angebotsdefizit stützt langfristig
- Wichtige charttechnische Unterstützung bei 67 Dollar
Der Silberpreis erlebte am Freitag einen heftigen Rücksetzer. Acht Prozent Verlust an einem Tag – die Feinunze kostete zum Wochenschluss nur noch 67,96 US-Dollar. Auslöser: ein überraschend robuster US-Arbeitsmarktbericht, der die Zinserwartungen durcheinanderwirbelt.
Arbeitsmarkt bremst Zinssenkungshoffnungen
Das Stellenwachstum in den USA bleibt unerwartet kräftig. Der Arbeitsmarkt zeigt keine Abkühlung – ein starkes Signal an die Federal Reserve. Zinssenkungen im Jahr 2026 rücken damit in weite Ferne. Die Renditen für US-Staatsanleihen zogen deutlich an, der Dollar legte zu.
Für Silber als zinsloses Asset ist diese Entwicklung Gift. Steigende Realzinsen verteuern die Haltekosten, spekulative Investoren ziehen Kapital ab. Das drückte den Kurs am Freitag massiv – und belastet auch die Jahresbilanz. Seit Anfang 2026 steht ein Minus von knapp sechs Prozent zu Buche.
Angebotslücke stützt langfristig
Die langfristigen Fundamentaldaten bleiben indes angespannt. Der Silbermarkt leidet im sechsten Jahr in Folge unter einem strukturellen Defizit: Die jährliche Nachfrage übersteigt das Minenangebot und das Recycling. Die weltweiten Lagerbestände schrumpfen kontinuierlich.
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Die industrielle Nachfrage erweist sich dabei als stabiler Anker. Silber ist eine Schlüsselkomponente für Photovoltaik und Elektromobilität. Diese Abnehmer reagieren weniger sensibel auf Zinsschwankungen als Finanzinvestoren. Der Ausbau moderner Technologien sichert einen soliden Grundbedarf.
Charttechnik: Nächste Unterstützung gefragt
Mit dem Rutsch unter die Marke von 70 Dollar hat sich das kurzfristige Bild eingetrübt. Analysten identifizieren bei rund 67,30 Dollar eine wichtige Unterstützung. Rutscht der Kurs weiter ab, drohen Verkäufe in Richtung 65 Dollar.
Die kommende Woche steht im Zeichen der Fed. Am 16. und 17. Juni tagt der Offenmarktausschuss. Aus den neuen Projektionen erhoffen sich Anleger Klarheit über den Zinspfad. Solange der Dollar stark bleibt, dürfte Silber unter Druck bleiben – die strukturelle Verknappung bietet zwar langfristige Unterstützung, kurzfristig dominieren jedoch die Zinsängste.
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