Silber Preis: Absturz nach US-Iran-Deal
Silber verliert nach Friedensschluss massiv an Wert. Zinsängste und starker Dollar belasten das Edelmetall zusätzlich.

Kurz zusammengefasst
- Kurshalbierung seit Konflikthöhepunkt
- Schlusskurs unter 60 US-Dollar
- Drohende Zinserhöhungen belasten
- Angebotsdefizit stützt langfristig
Die Tinte unter dem US-Iran-Friedensabkommen ist kaum trocken. Schon zahlen Silberanleger den Preis für die Deeskalation. Die geopolitische Risikoprämie hat sich in Luft aufgelöst. Seit dem Höhepunkt des Konflikts verlor das Edelmetall fast die Hälfte seines Wertes.
Am Freitag rettete sich der Kurs mit einem Plus von gut drei Prozent ins Wochenende. Der Schlusskurs lag bei 59,69 US-Dollar je Feinunze.
Damit bleibt das Edelmetall unter der wichtigen Marke von 60 US-Dollar. Auf Monatssicht verzeichnet Silber einen herben Verlust von rund 20 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von fast 122 US-Dollar ist gewaltig.
Neue Zinsangst belastet
Neben der Geopolitik drückt die US-Geldpolitik auf die Kurse. Die Inflation erweist sich als hartnäckig. Die jüngsten Preisdaten für Mai zeigten eine Teuerungsrate von 4,1 Prozent. Das bestätigt den restriktiven Kurs des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh.
Der Markt rechnet nun fest mit höheren Zinsen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September liegt bei 62 Prozent. Insgesamt erwarten Händler bis zu drei Zinsschritte im laufenden Jahr.
Steigende Zinsen und ein starker US-Dollar schaden dem unverzinslichen Silber. Die Folge: Gold hängt den kleinen Bruder ab. Das Gold-Silber-Ratio kletterte innerhalb von acht Tagen von 62 auf über 69.
Industrie saugt den Markt leer
Langfristig sieht die fundamentale Lage völlig anders aus. Das Angebot bleibt extrem knapp. Der globale Silbermarkt steuert im laufenden Jahr auf das sechste jährliche Defizit in Folge zu.
Experten schätzen die Unterversorgung auf gut 46 Millionen Unzen. Vor allem die Photovoltaik-Branche und die Elektroindustrie fragen massive Mengen nach. Effizienzsteigerungen bei neuen Solarzellen fallen dabei kaum ins Gewicht.
In der neuen Handelswoche blicken Händler auf die US-Auftragseingänge für langlebige Güter. Diese Daten verraten mehr über die Stabilität der Industrienachfrage. Charttechnisch rückt nun die Unterstützungszone um 55,60 US-Dollar in den Fokus. Findet die jüngste Erholung keine neuen Käufer, testet der Kurs dieses tiefe Niveau.
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