Silber Preis: Ausbruch auf 69,01 Dollar
Silber erreicht mit 69,01 Dollar ein Wochenplus von 6,5 Prozent. Auslöser sind verdoppelte Treasury-Rückkäufe und ein schwächerer Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Silberpreis steigt auf 69 Dollar
- US-Anleihekäufe treiben Edelmetall
- Charttechnik signalisiert weiteres Potenzial
- Minengesellschaften zeigen Trendwende
Silber hat den Ausbruch geschafft: Der Preis kletterte am Freitag auf 69,01 US-Dollar, ein Plus von 1,3 Prozent auf Tagessicht und von 6,5 Prozent innerhalb einer Woche. Damit hat das Edelmetall eine mehrmonatige Handelsspanne nach oben verlassen und steuert auf die psychologisch wichtige Marke von 70 Dollar zu.
Treasury-Rückkäufe als Auslöser
Ursprung der Bewegung ist die Geldpolitik in Washington. US-Finanzminister Bessent kündigte am 19. August an, die Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen zu verdoppeln – auf mindestens 4 Milliarden Dollar pro Operation für Laufzeiten zwischen 10 und 30 Jahren.
Die Rendite der 30-jährigen Anleihe fiel daraufhin von 5,34 auf 5,19 Prozent. Für Anleger ist das ein Signal: Der Staat greift massiv in den Anleihemarkt ein, während die US-Staatsverschuldung die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten hat. Der Dollar gab nach, Gold und Silber legten parallel zu.
Auf dem Portal Inside Paradeplatz wird die Entwicklung pointiert eingeordnet: Die Ausweitung der Rückkäufe treffe auf ein bereits angeschlagenes Vertrauen in die US-Währung. Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch formulierte es für Gold ähnlich deutlich: Das Vertrauen in den US-Dollar erodiere. Diese Einschätzung lässt sich auch auf Silber übertragen, das traditionell im Windschatten des Goldpreises handelt.
Charttechnik untermauert die Rally
Aus charttechnischer Sicht hat Silber laut captainaltcoin.com einen siebenmonatigen „Falling Wedge“ nach oben verlassen – eine Formation, die häufig als Vorbote größerer Trendwenden gilt. Der Ausbruch erfolgte von einem Julitief bei 55,50 Dollar aus über die Marke von 63 Dollar bis zum aktuellen Niveau.
Als nächstes Kursziel gilt die Marke von 75 Dollar, danach rückt eine Zone zwischen 80 und 90 Dollar in den Blick. Zum Vergleich: Das bisherige Jahreshoch lag im Januar bei 116,69 Dollar – ein Niveau, das trotz der jüngsten Dynamik noch weit entfernt liegt.
Auch das Gold-Silber-Ratio, das die relative Bewertung beider Metalle misst, notiert bei fast 67 und signalisiert damit weiteres Aufholpotenzial für Silber gegenüber Gold.
Woche mit hohem Nachrichtengehalt voraus
Die kommenden Tage dürften die Volatilität hochhalten. Am Mittwoch stehen US-PCE-Daten und das BIP an, von Donnerstag bis Samstag tagt das Jackson-Hole-Symposium der US-Notenbank. Beide Termine gelten als potenzielle Katalysatoren für die weitere Zins- und Dollarentwicklung – und damit indirekt für den Silberpreis.
Auch operativ tut sich etwas bei den Produzenten: Fresnillo, Hecla Mining und Pan American Silver zeigen laut Marktbeobachtern erste Anzeichen einer fundamentalen Trendwende, nachdem sie lange unter dem schwachen Silberpreis gelitten hatten. Sollte sich der Ausbruch über 70 Dollar bestätigen, dürften auch die Aktien der Minenbetreiber von der Neubewertung profitieren.
Fundamental bleibt die Ausgangslage angespannt: Das Angebot-Nachfrage-Defizit am Silbermarkt hält bereits mehrere Jahre in Folge an. Zusammen mit der geldpolitisch getriebenen Dollar-Schwäche ergibt sich daraus eine Konstellation, die kurzfristig weiter steigende Notierungen begünstigen könnte – auch wenn die Marke von 100 Dollar, wie sie mancherorts diskutiert wird, vorerst Zukunftsmusik bleibt.
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