Silber Preis: Ausverkauf auf 64,50 Dollar
Silberpreis rutscht unter 65 Dollar ab. Strafzölle der Fed, ein starker Dollar und Fortschritte im Nahen Osten setzen dem Edelmetall zu.

Kurz zusammengefasst
- Silber fällt auf 64,50 US-Dollar
- Fed signalisiert baldige Zinserhöhung
- Friedensgespräche dämpfen Krisennachfrage
- Indische Importe brechen um 63% ein
Starke Industrienachfrage, schwacher Kurs. Beim Silber klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Am Dienstag rutschte das Edelmetall im asiatischen Handel deutlich ab. Der Preis fiel auf rund 64,50 US-Dollar. Ein Minus von über einem Prozent.
Harter Kurs der US-Notenbank
Hauptverantwortlich für den Preisverfall ist die US-Notenbank. Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh weht ein rauerer Wind. Die Leitzinsen bleiben vorerst in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Marktteilnehmer erwarten jedoch bald höhere Zinsen. Eine Erhöhung um 25 Basispunkte im September gilt als sicher. Für Dezember 2026 preisen Händler einen weiteren Zinsschritt ein.
Silber wirft keine Zinsen ab. Bei steigenden Renditen verliert das Edelmetall folglich an Attraktivität. Der starke US-Dollar verstärkt diesen Effekt massiv. Zuletzt kletterte der Dollar-Index über die Marke von 101.
Entspannung im Nahen Osten
Parallel dazu schwindet die Nachfrage nach sicheren Häfen. Die USA und der Iran verzeichnen Fortschritte bei ihren Friedensgesprächen. US-Vizepräsident JD Vance bestätigte die Rückkehr von IAEA-Inspektoren.
Ein Rahmenabkommen sieht eine finale Einigung innerhalb von 60 Tagen vor. Washington hat Sanktionen bereits vorübergehend ausgesetzt. Diese Deeskalation drückt die Edelmetallpreise.
Analysten werten die Entwicklung als klaren Belastungsfaktor. Sinkende Ölpreise schwächen den Inflationsschutz-Charakter von Silber zusätzlich. Die Sorte Brent notiert aktuell bei rund 77 US-Dollar.
Physischer Markt bremst
Auch fundamentale Daten setzen den Kurs unter Druck. Die indischen Silberimporte brachen im Mai massiv ein. Laut dem Edelmetallhaus Heraeus fielen die Einfuhren um 63 Prozent auf rund eine Million Unzen.
Ursache ist eine drastische Erhöhung der Importzölle. Indien hob die Abgaben von sechs auf 15 Prozent an. Lediglich die Nachfrage aus der Solar- und KI-Branche stützt den Markt strukturell.
Technisch steht das Edelmetall auf wackeligen Beinen. Der Kurs testete bereits kurzfristige Unterstützungen bei 63 US-Dollar. Einige Analysten sehen erst bei 60 US-Dollar einen massiven Boden.
Eine schnelle Erholung zeichnet sich nicht ab. Am kommenden Donnerstag stehen die US-PCE-Daten an. Dieser Inflationsindikator wird die künftige Zinspolitik maßgeblich prägen. Ein weiteres Richtungs-Event folgt am 14. Juli. Dann sagt Fed-Chef Warsh vor dem Kongress aus.
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