Silber Preis: China steigert Importe um 62,5 Prozent
Chinas Silbererz-Importe steigen um 62,5 Prozent, während Anleger Gewinne sichern und auf US-Inflationsdaten warten.

Kurz zusammengefasst
- Silber erreicht 66 Dollar
- China importiert deutlich mehr Silbererze
- Anleger sichern Gewinne nach Rally
- US-Inflationsdaten im Fokus
Silber schwankt diese Woche zwischen 64 und 66 US-Dollar pro Feinunze. Am Dienstag kletterte der Preis auf rund 66 Dollar. Das war das höchste Niveau seit sieben Wochen.
Angetrieben hat den Ausschlag eine Rally beim Gold. Anleger investieren derzeit verstärkt in Edelmetalle. Die Nachfrage bleibt robust, obwohl Inflationsrisiken steigen und Zinserhöhungen drohen. Auch steigende Ölpreise konnten den Trend nicht bremsen.
China kauft massiv Silbererze
Der wichtigste Preistreiber kommt aus China. Die chinesischen Importe von silberhaltigen Erzen sprangen im Juni um 62,5 Prozent im Jahresvergleich. Insgesamt importierte China 219.000 Tonnen.
Der Grund liegt in der Industrie. China baut weiter Solarmodule und Stromnetze aus, beide benötigen Silber als Rohstoff. Diese strukturelle Nachfrage bleibt stabil, selbst wenn der Preis kurzfristig schwankt.
Anleger nehmen Gewinne mit
Nach dem Sprung auf das Mehrwochenhoch folgte die Ernüchterung. Silber rutschte am Dienstag zurück auf rund 64 Dollar. Anleger sicherten nach der starken Rally ihre Gewinne.
Zusätzlich bewerteten sie die Folgen steigender Ölpreise für Inflation und Zinsausblick. Am Mittwoch pendelte sich der Preis dann bei rund 65 Dollar ein. Investoren warten aktuell auf neue US-Inflationsdaten. Diese Daten könnten Hinweise zum geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern.
Fed-Entscheidung und Nahost-Risiken
Die Zinserwartungen in den USA bestimmen weiterhin die kurzfristige Richtung. Die Fed hatte die Zinsen im Juli unverändert gelassen. Die Märkte sind gespalten, ob im September eine Anhebung um 25 Basispunkte folgt. Steigende Ölpreise sprechen für eine restriktivere Haltung der Notenbank.
Parallel dazu beobachten Händler die Lage im Nahen Osten genau. Der pakistanische Verteidigungsminister erklärte, die USA und der Iran seien einer Vereinbarung zur Straße von Hormus nahe. Berichten zufolge haben auch Gespräche zwischen Iran und Oman ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Diese Unsicherheit hält die Märkte wachsam.
Strukturelles Angebotsdefizit bleibt bestehen
Über die kurzfristigen Schwankungen hinaus bleibt der Silbermarkt knapp. Der Grund: Minen können ihre Produktion kaum flexibel steigern. Ein Großteil des Silbers fällt nur als Nebenprodukt bei der Förderung von Kupfer, Blei oder Zink an.
Diese Angebotsknappheit trifft auf die starke industrielle Nachfrage aus China. Beide Faktoren dürften den Silberpreis auch in den kommenden Wochen prägen. Kurzfristig entscheiden die anstehenden US-Inflationsdaten und die Entwicklung im Nahen Osten über die Richtung.
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