Silber Preis: Fallendes Öl bringt Erleichterung
Günstigeres Öl stützt Silber, doch sinkende Fördermengen und die anstehende Fed-Sitzung prägen den Markt.

Kurz zusammengefasst
- Silber legt nach Rückgang leicht zu
- Monatsminus beträgt weiterhin 14 Prozent
- San-Dimas-Förderung steht vollständig still
- First Majestic meldet elf Prozent weniger Silber
Fallende Rohölnotierungen sorgen zu Beginn der neuen Handelswoche für eine spürbare Entlastung an den Edelmetallmärkten. Nachdem der Silberpreis in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck geraten war, verzeichnet das Metall nach jüngsten Medienberichten wieder leichte Zugewinne.
Ausschlaggebend für die Beruhigung ist die Hoffnung auf nachlassenden Teuerungsdruck, ausgelöst durch sinkende Energiepreise im Zuge ausgesetzter US-Sanktionen und Zölle gegen Russland.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters kommentierte UBS-Analyst Giovanni Staunovo, dass niedrigere Ölpreise den Handlungsdruck von der US-Notenbank Federal Reserve nehmen. Dies verschafft dem zinslosen Edelmetall wieder etwas Luft, nachdem gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen und ein erstarkter US-Dollar den Kurs zuvor spürbar belastet hatten.
Zinsdebatte und Terminmarkt setzen Grenzen
Auslöser des vorangegangenen Kursrückgangs waren unter anderem Daten zur US-Inflation: Der Verbraucherpreisindex war im September um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies hatte an den Finanzmärkten Spekulationen geschürt, dass die Geldpolitik der Währungshüter über einen längeren Zeitraum restriktiv bleiben könnte.
Am Freitag ging die Feinunze an der COMEX bei 57,13 USD aus dem Handel. Auf Monatssicht summiert sich das Minus damit auf 14 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 121,78 USD beträgt inzwischen 53 Prozent. Die Marktteilnehmer richten ihre Aufmerksamkeit nun vor allem auf die geldpolitische Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve, die am 27. und 28. Oktober stattfindet und neue Impulse für die Zinsentwicklung liefern dürfte.
Physische Verknappung durch Produktionsstopps
Parallel zur makroökonomischen Lage bleibt die physische Angebotsseite angespannt. Medienberichten zufolge stand die Silberförderung in der mexikanischen Mine San Dimas am heutigen Montag vollständig still. Hintergrund ist ein Arbeitskonflikt, den die Gewerkschaft nach einem wochenlangen Ausstand am 8. Oktober zu einem offiziellen Streik erklärt hatte.
Der Minenbetreiber First Majestic Silver hatte zuvor für das dritte Quartal einen Rückgang der zurechenbaren Silberproduktion auf rund 3,44 Millionen Unzen gemeldet, was einem Minus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Allein in San Dimas lag der Ausstoß mit 859.869 Unzen um 41 Prozent unter dem Vorjahreswert. Diese Produktionsausfälle treffen auf einen Markt, der laut Berichten der Branchenorganisation LBMA und des Silver Institute für 2026 ohnehin mit einer leicht rückläufigen weltweiten Minenförderung rechnet.
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