Silber Preis: Fed-Abstimmung 9 zu 3
Die tiefe Spaltung der US-Notenbank zur Zinspolitik setzt den Silberpreis unter Druck, trotz anhaltender physischer Knappheit und starker Unternehmenszahlen.

Kurz zusammengefasst
- Fed-Abstimmung zeigt tiefe Spaltung
- Zinserhöhung im September wahrscheinlicher
- Physische Silberknappheit an der COMEX
- First Majestic mit Rekord-Liquidität
Silber pendelt aktuell um die Marke von 58,22 US-Dollar. Der Grund: ein tief gespaltener Offenmarktausschuss der US-Notenbank. Die Zinsentscheidung vom Vortag wirft ihre Schatten auf den Edelmetallmarkt.
Der Dissens im Offenmarktausschuss
Die Fed unter Kevin Warsh beließ die Leitzinsen am 29. Juli 2026 unverändert. Die Spanne bleibt bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Das Abstimmungsergebnis von 9 zu 3 Stimmen zeigt jedoch die tiefste Spaltung seit 2016. Drei Regionalpräsidenten stimmten gegen den Beschluss.
Beth Hammack aus Cleveland, Neel Kashkari aus Minneapolis und Lorie Logan aus Dallas forderten stattdessen eine sofortige Anhebung um 25 Basispunkte. Der Markt wertet das als „hawkish hold“.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September 2026 ist auf über 70 Prozent gestiegen. Für Silber bedeutet das Gegenwind: Ein festerer Dollar und höhere Opportunitätskosten gegenüber verzinsten Anlagen drücken den Preis.
Physische Knappheit bleibt bestehen
Die Geldpolitik drückt den Kurs kurzfristig. Die fundamentale Lage zeigt jedoch strukturelle Knappheit. Die COMEX-Lagerbestände lagen am 30. Juli 2026 bei insgesamt 330,9 Millionen Feinunzen Silber.
Davon zählen nur rund 96,2 Millionen Unzen zur Kategorie „registered“. Das unterstreicht die anhaltende physische Verknappung an der Terminbörse.
Zwei Trends stützen derzeit die industrielle Nachfrage: der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und der wachsende Bedarf der Elektromobilität. Jedes Elektrofahrzeug benötigt schätzungsweise 25 bis 50 Gramm Silber. Das kompensiert Rückgänge in anderen Industriesektoren teilweise.
First Majestic legt starke Quartalszahlen vor
Der kanadische Silberproduzent First Majestic Silver veröffentlichte am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal 2026. Die Silberproduktion stieg im Jahresvergleich um 3 Prozent.
Höhere Edelmetallpreise trieben den Quartalsumsatz um 57 Prozent auf 415,5 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen schloss das Quartal mit einer Rekord-Liquidität von über 1,25 Milliarden US-Dollar ab.
Die robuste Kassenlage zeigt: Große Förderunternehmen stehen finanziell solide da. Der Silberpreis reagierte dennoch nur gedämpft auf diese Nachricht. Die Fed-Sitzung dominiert aktuell das Handelsgeschehen stärker als Unternehmensdaten.
Die nächste Fed-Sitzung im September rückt damit in den Fokus der Silbermärkte. Setzt sich die Falken-Fraktion durch, drohen dem Edelmetall weitere Kursverluste durch einen stärkeren Dollar. Bleibt die Notenbank vorsichtig, könnte die physische Knappheit an der COMEX wieder stärker in den Vordergrund rücken.
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