Silber Preis: Fed-Protokoll am 20. Mai entscheidend

Silber startet mit Verlusten in die Woche, während das Fed-Protokoll am Mittwoch den weiteren Zinskurs und die Preisentwicklung bestimmen dürfte.

Dr. Robert Sasse ·
Silber Preis Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Silber verliert 9,12 Prozent am Freitag
  • Fed-Protokoll am 20. Mai im Fokus
  • Angebotsdefizit von 67 Millionen Unzen erwartet
  • Technische Unterstützung bei 76 bis 77 Dollar

Silber startet angeschlagen in die neue Woche. Der heftige Rücksetzer vom Freitag trifft auf ein ungewöhnlich festes Fundament: Der Markt bleibt knapp. Genau dieser Widerspruch prägt die nächsten Handelstage.

Silber schloss am Freitag bei 77,55 US-Dollar je Unze und verlor 9,12 Prozent. Damit liegt der Preis nur knapp über seinem kurzfristigen Durchschnitt von 77,13 US-Dollar.

Fed-Protokoll setzt den Ton

Der erste Impuls kommt aus Washington. Am Mittwoch, dem 20. Mai, veröffentlicht die Fed das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung. Die Zielspanne blieb dort bei 3,50 bis 3,75 Prozent.

Die ungewöhnlich vielen abweichenden Stimmen machen das Protokoll auch zu einem Signal für Kevin Warsh, den neuen Fed-Vorsitzenden. Die Märkte preisen eine Zinssenkung in diesem Jahr bereits vollständig ein. Einige Händler kalkulieren aber wieder mit einer Erhöhung bis Dezember.

Für Silber ist das heikel, weil höhere Renditen meist den Dollar stärken und den Reiz eines nicht verzinsten Metalls mindern. Der Preisrutsch kam also nicht aus dem Nichts. Er spiegelt die neue Unsicherheit über den Zinskurs.

Industrie stützt, Geldpolitik bremst

Silber bleibt derzeit ein Metall mit zwei Gesichtern. Das Verhältnis von Gold zu Silber fiel nach der US-China-Zollpause von rund 62:1 auf 55:1 binnen einer Woche. Gold reagierte kaum.

Das spricht dafür, dass der Markt Silber derzeit stärker als Industriemetall handelt und weniger als sicheren Hafen. Die Zollpause stützt die Fantasie für Industriebedarf. Der heiße April-CPI und der Nahost-Konflikt halten aber die Inflationsrisiken hoch.

Diese Mischung erklärt die Nervosität. Gute Konjunktursignale helfen Silber, wenn sie die Nachfrage treiben. Sie schaden aber, wenn sie die Fed zu einem strafferen Kurs zwingen.

Defizit bleibt der Preisanker

Fundamental bleibt der Markt eng. Das Silver Institute erwartet für 2026 das sechste Defizitjahr in Folge. Der Fehlbetrag soll 67 Millionen Unzen erreichen.

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Kurzfristig kann Makro-Druck den Preis klar bewegen. Das strukturelle Bild liefert aber einen Gegenpol. Physische Knappheit und politische Unsicherheit bleiben wichtige Stützen.

Seit 2021 wurden 762 Millionen Feinunzen aus globalen Lagerbeständen abgezogen. Die globale Produktion soll zwar um 1,5 Prozent steigen. Das reicht nach den aktuellen Erwartungen aber nicht aus.

Das Angebot wächst also, aber die Lücke verschwindet nicht. Genau deshalb reagieren Käufer bei Rücksetzern oft schnell. Kein Wunder, dass technische Marken jetzt stärker beachtet werden.

Im Solarsektor zeigt sich ein Gegenwind. Die Nachfrage aus PV-Installationen soll auf rund 194 Millionen Unzen fallen, ein Minus von 7 Prozent. Das wäre bemerkenswert, weil die Solarkapazität weltweit um rund 15 Prozent wächst.

Der Grund liegt im Preis. Der Kostenanteil von Silber an PV-Modulen liegt inzwischen bei 17 bis 29 Prozent je Watt. Hersteller haben daher mehr Anreiz, den Silberanteil zu senken.

J.P. Morgan Global Research sieht Silber 2026 im Schnitt bei 81 US-Dollar je Unze. Die durchschnittliche LBMA-Prognose liegt etwas darunter bei 79,57 US-Dollar. Die große Spanne der Schätzungen zeigt, wie unsicher der Markt bleibt.

Technisch zählt unten der Bereich von 76 bis 77 US-Dollar. Oben liegt der nächste wichtige Widerstand bei 82 bis 83 US-Dollar. Dazwischen entscheidet vorerst der Ton der Fed.

Der Takt kommt nun vom Fed-Protokoll am 20. Mai. Fällt es straffer aus als erwartet, dürfte der Zinsdruck dominieren. Klingt es ausgewogener, rückt das Defizit wieder stärker in den Vordergrund.

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