Silber Preis: Fed-Zinsentscheid setzt unter Druck
Hartnäckige US-Teuerung und steigende Anleiherenditen drücken Silber auf 63,76 Dollar. Vor dem Fed-Beschluss bleibt die Nachfrage verhalten.

Kurz zusammengefasst
- COMEX-Kontrakt verliert 1,9 Prozent
- US-Inflation steigt im August
- Zehnjährige Rendite über fünf Prozent
- Unterstützung bei 63 Dollar gefährdet
Der Silberpreis steht vor der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve unter spürbarem Verkaufsdruck. Hartnäckige US-Inflationsdaten und anziehende Renditen an den Anleihemärkten belasten die Nachfrage nach zinslosen Edelmetallen. Am gestrigen Montag verlor der Terminkontrakt an der COMEX 1,9 Prozent und ging bei 63,76 USD je Feinunze aus dem Handel.
Damit setzt sich die Konsolidierung der vergangenen Tage fort. Anleger meiden vor wichtigen Notenbanktreffen zinssensitive Anlagen, da festverzinsliche Wertpapiere im aktuellen Umfeld wieder deutlich mehr Beachtung finden. Zugleich sorgt die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik für spürbare Zurückhaltung am gesamten Rohstoffmarkt.
Inflationsdaten heizen Zinsspekulationen an
Den Ausschlag für die jüngste Schwäche gaben die Daten zur Teuerung in den Vereinigten Staaten. Die US-Verbraucherpreise legten im August gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu. Die Rendite richtungsweisender zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte daraufhin zeitweise über die Schwelle von fünf Prozent.
Ein solches Zinsniveau schmälert die Attraktivität unverzinster Edelmetalle nachhaltig. Zudem verleihen die Zinserwartungen dem US-Dollar spürbaren Auftrieb, der gegenüber anderen Währungen auf ein Zweiwochenhoch zulegen konnte. Für internationale Käufer verteuern sich damit die Notierungen, was die Nachfrage bremst.
Vorsichtige Positionierung an den Terminbörsen
Auch die Markttechnik signalisiert vor den Zentralbankentscheidungen Zurückhaltung. Nach Angaben von TD Securities fallen die Positionierungen von Trendfolgern am Terminmarkt inzwischen nur noch moderat long aus. Händler verweisen zudem auf eine kurzfristige Unterstützung bei 63 Dollar, deren Unterschreiten weiteren Abgabedruck im Handel auslösen könnte.
Während der industrielle Bedarf dem Metall übergeordnet eine fundamentale Basis bietet, dominiert auf kurze Sicht der geldpolitische Taktgeber. Bestätigen die US-Währungshüter die Straffung der Zügel, dürfte die Nervosität an den Edelmetallmärkten hoch bleiben. Die Beschlüsse aus Washington werden daher mit großer Anspannung erwartet.
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