Silber Preis: First Majestic und Endeavour melden Förderstopps
Lagerabbau und Produktionsrückgänge treffen auf fallende Silberpreise, während die Zinsdebatte Edelmetalle belastet.
Kurz zusammengefasst
- COMEX-Bestand sinkt auf 333,1 Millionen Feinunzen
- First Majestic fördert elf Prozent weniger Silber
- Endeavour meldet Betriebsstörung in Guanaceví
- Silberpreis fällt auf 60,05 US-Dollar
Die physischen Lagerbestände an der New Yorker Terminbörse COMEX schrumpfen spürbar. Am gestrigen Donnerstag belief sich der Gesamtbestand an Silber laut CME-Lagerdaten auf 333,1 Millionen Feinunzen. Das entspricht einem Rückgang um 2,5 Millionen Unzen gegenüber der vorangegangenen Erhebung.
Dieser Bestandsabbau trifft auf ein Umfeld, in dem auch auf der Förderseite spürbare Dämpfer gemeldet werden. Während Investoren die geldpolitischen Signale der Notenbanken abwägen, sendet die physische Angebotsseite damit deutliche Zeichen einer Verknappung.
Förderstopps dämpfen das Quartalsangebot
Auf der Unternehmensseite berichteten mehrere Förderer von Beeinträchtigungen im abgelaufenen Jahresviertel. First Majestic Silver meldete für das dritte Quartal 2026 eine Silberproduktion von 3.440.447 Unzen. Das waren 11 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als Hauptgrund für das Minus nannte das Unternehmen einen zwölftägigen Arbeitskonflikt in der San-Dimas-Mine.
Ähnliche operative Hürden zeigten sich bei Endeavour Silver. Der Bergbaukonzern kam im dritten Quartal auf eine Förderung von 2.096.545 Unzen Silber. Ein Stillstand der Mühle in der Guanaceví-Mine bremste den Betrieb, nachdem die Arbeiten dort am 21. September für den Austausch zentraler Komponenten unterbrochen werden mussten. Die Reparaturen sollen in der ersten Oktoberhälfte enden.
Solche ungeplanten Unterbrechungen begrenzen den Nachschub am Weltmarkt. Sie verdeutlichen, wie empfindlich die Versorgungslage bei kurzfristigen Ausfällen wichtiger Minenbetriebe reagiert.
Bestände schrumpfen bei verhaltener Notierung
Der Rückgang an den Terminbörsen verdeutlicht die Lage. Von den erfassten 333,1 Millionen Feinunzen entfielen gestern 102,2 Millionen Unzen auf die direkt lieferbare Kategorie. Die übrigen 230,9 Millionen Unzen lagerten als hinterlegte Bestände in den Speichern. Noch am 5. Oktober hatte der gesamte Lagerbestand bei 337,94 Millionen Unzen gelegen.
An den Finanzmärkten schlug sich diese physische Verknappung am Mittwoch nicht in steigenden Preisen nieder. Der Preis je Feinunze fiel um 2,7 Prozent und beendete den Handelstag bei 60,05 USD. Über die vergangenen sieben Tage gerechnet gab die Notierung um 1,1 Prozent nach.
Zinsdebatte bremst Rohstoffpreise
Verantwortlich für den anhaltenden Gegenwind bleibt das Zinsumfeld. Laut Berichten von Reuters lastete die Uneinigkeit innerhalb der US-Notenbank über künftige Zinsschritte auf den Edelmetallen. Höhere Renditen von festverzinslichen Wertpapieren dämpfen regelmäßig das Interesse an zinslosen Anlagen wie Silber.
Zugleich lieferten schwächere US-Arbeitsmarktdaten vom 5. Oktober mit nur 29.000 neu geschaffenen Stellen zwar kurzfristig Argumente gegen weitere Straffungen. Dennoch bleibt die Marktlage von Zurückhaltung geprägt. Neue Orientierung über die Positionierung der Großanleger soll der Terminmarktbericht der Aufsicht CFTC am heutigen Freitag liefern.
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