Silber Preis: Gipfel-Enttäuschung drückt auf 83,62 Dollar
Silber notiert unter Vorwochenhochs, belastet von ausbleibenden Handelsabkommen und sinkenden Zinssenkungserwartungen. HSBC hebt Prognosen an.
Kurz zusammengefasst
- Silberpreis fällt nach Gipfel-Rallye zurück
- Fehlende Handelsabkommen belasten Industrienachfrage
- Fed-Zinssenkung im Juni unwahrscheinlich
- HSBC senkt Angebotsdefizit-Prognose
Ein Gipfeltreffen ohne Ergebnis, hartnäckige Inflation, sinkende Zinssenkungsfantasie — Silber bekommt dieser Tage von mehreren Seiten Gegenwind. Trotzdem hält sich das Metall über Wasser. Die Frage ist, wie lange.
Am 15. Mai notiert Silber bei 83,62 US-Dollar je Feinunze, ein marginales Plus von 0,26 Prozent. Damit liegt der Preis weit unter den Hochs der Vorwoche: Am 11. Mai hatte Silber in einer einzigen Sitzung sechs Prozent zugelegt, nachdem Washington und Peking einen 90-tägigen Zollwaffenstillstand verkündet hatten. Seitdem bröckelt die Erholung.
Gipfel ohne konkrete Handelsergebnisse
Trump verließ Peking ohne handfeste Vereinbarungen. Aus den Gesprächen mit Xi Jinping entstanden lediglich ein Rahmenwerk für eine „konstruktive, strategisch stabile“ Beziehung und eine Einladung für September ins Weiße Haus. Keine Einigung bei kritischen Mineralien, keine Formalisierung des Zollwaffenstillstands.
Für Silber ist das relevant. Rund 60 Prozent der jährlichen Nachfrage entfallen auf industrielle Anwendungen — Solarmodule, Elektrofahrzeuge, Halbleiter und Elektronik. Die meisten dieser Lieferketten verlaufen direkt durch den US-chinesischen Handel. Eine belastbare Handelsvereinbarung hätte Planungssicherheit für genau jene Branchen geschaffen, die am meisten Silber verbrauchen. Diese Klarheit fehlt weiterhin.
Aufschlussreich ist dabei der Vergleich mit Gold: Während Silber in der Rallye der Vorwoche die gesamte Neubewertung antrieb, bewegte sich Gold kaum. Das bestätigt, dass die Märkte eine Erholung der Industrienachfrage einpreisten — keine klassische Safe-Haven-Bewegung.
Fed und struktureller Nachfragerückgang bremsen
Parallel drückt die US-Geldpolitik auf den Preis. Der April-CPI kam mit 3,8 Prozent über den Erwartungen herein — der höchste Wert seit Mai 2023. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinssenkung im Juni kollabierte daraufhin laut CME FedWatch von rund 48 auf unter acht Prozent. Frühestens September gilt nun als realistischer Termin, mit erheblichem Gewicht auf November oder Dezember. Ein stärkerer Dollar belastet in Dollar notierte Rohstoffe direkt.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Photovoltaik-Hersteller reduzieren aktiv den Silberanteil pro Panel. Der PV-Bedarf soll 2026 um rund 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr sinken. Die Industrienachfrage insgesamt fiel laut World Silver Survey 2026 bereits 2025 von einem Rekord von 679 Millionen Unzen auf 657 Millionen Unzen — Hersteller beschleunigen die Substitution als Reaktion auf hohe Preise.
HSBC hebt Prognosen an, bleibt vorsichtig
HSBC hat seine Silberpreisprognosen angehoben: Die Bank erwartet nun einen Jahresdurchschnitt von 75 US-Dollar für 2026 und 68 US-Dollar für 2027, nach früheren Schätzungen von 68,25 beziehungsweise 57 US-Dollar. Der Ausblick bleibt dennoch gedämpft. HSBC rechnet damit, dass die Industrienachfrage 2026 auf 642 Millionen Unzen weiter sinkt.
Das globale Angebotsdefizit schrumpft laut HSBC-Modell von 143 Millionen Unzen im Jahr 2025 auf 73 Millionen Unzen 2026 und weiter auf 25 Millionen Unzen 2027. Das Silver Institute prognostiziert für 2026 ein sechstes aufeinanderfolgendes Defizitjahr — strukturell bullish, aber der Gipfel hätte diesen Trend allenfalls beschleunigen können. Stattdessen bleibt die Unsicherheit, und mit ihr dürfte das Gold-Silber-Ratio, das sich in der Vorwoche rasant von über 80:1 auf unter 55:1 komprimiert hatte, kurzfristig wieder ausweiten.
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