Silber Preis: Inflationsdaten drücken auf 59,40 Dollar
Die September-Teuerung übertraf die Markterwartungen; der Silberpreis gab nach Veröffentlichung der Daten nach.

Kurz zusammengefasst
- US-Inflation lag bei 3,7 Prozent
- Kernrate übertraf die Prognosen
- Silber verlor nach Datenveröffentlichung an Wert
- Aya Gold & Silver meldete Rekordförderung
Die US-Verbraucherpreise sind im September stärker gestiegen als an den Märkten erwartet. Der anhaltende Preisdruck facht Spekulationen über eine weiterhin restriktive Zinspolitik der Federal Reserve an und belastet Edelmetalle spürbar. Silber verlor nach Veröffentlichung der Daten an Boden.
Unerwartet zähe Teuerung in den USA
Laut amtlichen Angaben stieg der US-Verbraucherpreisindex im September um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während Analysten im Vorfeld mit 3,6 Prozent gerechnet hatten. Auch im Monatsvergleich beschleunigte sich der Preisauftrieb. Besonders schwer wog für Marktteilnehmer die Kerninflation, die volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert: Sie verharrte auf Jahressicht bei 2,6 Prozent und lag damit über den Prognosen.
Die Veröffentlichung löste an den Devisen- und Anleihemärkten unmittelbare Reaktionen aus. Der US-Dollar zog spürbar an, während parallel die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen stiegen. Da Edelmetalle keine Zinsen abwerfen, schwächt ein Anstieg der Realrenditen regelmäßig deren Attraktivität gegenüber festverzinslichen Wertpapieren. Gleichzeitig verteuert der festere Greenback Rohstoffe für Käufer außerhalb des US-Währungsraums.
Zinsdruck belastet Marktstimmung
Am Terminmarkt schlug sich die Zurückhaltung bereits im Vorfeld nieder. Am Dienstag beendete der COMEX-Front-Month-Kontrakt für Silber den Handelstag bei 59,40 US-Dollar je Feinunze, was einem Tagesverlust von 1,9 Prozent entsprach. Seit Beginn des Jahres summiert sich das Minus damit auf 16 Prozent. Nach Bekanntgabe der jüngsten Inflationsdaten sank der Spotpreis Medienberichten zufolge auf den tiefsten Stand seit Anfang August.
Die aktuelle Schwächephase fügt sich in ein unruhiges Umfeld ein. Zuvor hatten Äußerungen aus den Reihen der US-Notenbank zu einem möglicherweise zügigeren geldpolitischen Straffungskurs für Nervosität gesorgt. Während die Zinsaussichten die kurzfristige Nachfrage belasten, beobachten Händler die Lage auf der Angebotsseite aufmerksam.
Förderberichte und anstehende Konjunkturdaten
Auf der Produktionsseite meldeten mehrere Minenbetreiber ihre Zwischenbilanzen für das abgelaufene dritte Quartal. First Majestic Silver berichtete über Beeinträchtigungen, nachdem ein mehrtägiger Arbeitskonflikt den Betrieb in der mexikanischen San-Dimas-Mine zeitweise unterbrochen hatte.
Dagegen vermeldete das Bergbauunternehmen Aya Gold & Silver eine Rekordförderung in seiner marokkanischen Zgounder-Mine und steigerte die Produktion gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Augenmerk der Marktteilnehmer bleibt indessen auf die weiteren Signale aus Übersee gerichtet. Am Donnerstag, 15. Oktober 2026, stehen in den USA die Erzeugerpreise sowie die monatlichen Einzelhandelsumsätze zur Veröffentlichung an. Diese Indikatoren dürften zeigen, wie stark der Kostendruck in der vorgelagerten Wirtschaft ausfällt und ob sich die Konsumausgaben der Verbraucher weiterhin widerstandsfähig zeigen.
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