Silber Preis: Monatsminus von acht Prozent

Höhere Renditen und Inflationssorgen drückten Silber; für 2026 wird dennoch ein weiteres Angebotsdefizit erwartet.

Redaktion Stock-World ·
Silberbarren und Anlagemünzen aus Silber auf einem dunklen Untergrund (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Septemberminus von nahezu acht Prozent
  • US-Anleiherenditen belasteten das zinslose Metall
  • Defizit von 46,3 Millionen Unzen erwartet
  • Industrienachfrage sank um drei Prozent

Gestiegene Energiekosten und wachsende Inflationssorgen haben den Silberpreis zum Ausklang des Monats September spürbar belastet. Vor allem der jüngste Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen setzte das zinslose Edelmetall unter Druck.

Da wieder anziehende Ölpreise die Befürchtung schüren, dass die Notenbanken ihr straffes Zinsniveau über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten könnten, geriet der Markt in den vergangenen Tagen in Erklärungsnot.

Medienberichten zufolge steuerte Silber im September auf ein Monatsminus von nahezu acht Prozent zu. Noch am Dienstag verzeichnete die Notierung an der COMEX ein leichtes Plus von 1,3 Prozent und schloss bei 61,84 USD je Feinunze. Das änderte jedoch wenig an der übergeordneten Schwächephase, die den Rohstoff seit mehreren Wochen begleitet.

Energiepreise schüren neue Zinssorgen

Auslöser der jüngsten Verkäufe waren vor allem Verwerfungen an den Energiemärkten. Am Montag geriet das weiße Metall deutlich unter Abgabedruck, nachdem Rohölpreise aufgrund von Sorgen über mögliche Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten anzogen. Ein solcher Preisschub birgt das Risiko, den allgemeinen Preisdruck erneut anzuheizen.

Für die Edelmetallmärkte bedeutet diese Entwicklung doppelten Gegenwind. Wenn die Teuerung hoch bleibt, schwindet der Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Zinslose Anlagen wie Silber verlieren in einem Umfeld robuster Renditen festverzinslicher Papiere regelmäßig an Attraktivität für institutionelle Adressen.

Gleichzeitig verfestigte sich der US-Dollar gegenüber wichtigen Währungen, was den Zugang für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuerte. Die Kombination aus anziehenden Anleiherenditen und einer festeren US-Währung drängte kurzfristig orientierte Marktteilnehmer zum Monatsende zunehmend auf die Verkäuferseite.

Fundamentale Lage bleibt von Defizit geprägt

Auf der Angebotsseite steht der Markt hingegen vor anhaltend engen Rahmenbedingungen. Nach Angaben des Branchenverbands Silver Institute vom 15. April wird für das Jahr 2026 das sechste aufeinanderfolgende Defizit erwartet, das bei 46,3 Millionen Unzen liegen soll.

Dämpfend wirkt allerdings die Entwicklung in einzelnen Industriezweigen. Das Institut bezifferte die gesamte Industrienachfrage auf 657,4 Millionen Unzen, was einem Rückgang von drei Prozent entspricht. Insbesondere Einsparungen und Materialersetzungen im Photovoltaiksektor drückten den dortigen Bedarf um sechs Prozent auf 186,6 Millionen Unzen.

Während die strukturellen Angebotsengpässe den Kurs langfristig untermauern, dominiert auf kurze Sicht die Zinsdebatte. Seit Jahresanfang verzeichnet Silber einen Rückgang von 12 Prozent. Anleger blicken nun auf die kommenden US-Arbeitsmarktdaten, die neue Hinweise auf die geldpolitische Linie liefern dürften.

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