Nach einem brutalen Zwei-Tage-Crash von 13 Prozent kämpft sich Silber zurück. Am 5. März sprang das Edelmetall um 3,1 Prozent auf 85,55 Dollar – getrieben von geopolitischen Spannungen und einem strukturellen Angebotsdefizit. Doch die Volatilität bleibt extrem: Zwischen Safe-Haven-Käufen und Rezessionsängsten schwankt der Preis wie seit Jahren nicht mehr.
Comeback nach dem Absturz
Gestern legte Silber deutlich zu, nachdem es am Dienstag auf 83,70 Dollar abgestürzt war. Damit korrigierte das Metall die gesamte Kriegsprämie, die durch die US-israelischen Angriffe auf den Iran aufgebaut worden war. Von 96 Dollar ging es binnen zwei Tagen auf unter 84 Dollar – eine Umkehr von 13 Prozent.
Der Auslöser für die jüngste Erholung: Der US-Dollar gab nach, nachdem Berichte über mögliche Friedensgespräche mit dem Iran die Runde machten. Gleichzeitig hält die Unsicherheit über den Nahost-Konflikt die Safe-Haven-Nachfrage aufrecht. Der Iran-Konflikt ist mittlerweile in seinen sechsten Tag eingetreten.
Zölle verschärfen die Lage
US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, dass die globale Zollgebühr von 15 Prozent noch diese Woche in Kraft treten soll. Für Silber bedeutet das zusätzlichen Druck: Ein schwächerer Dollar durch Handelsunsicherheiten hebt zwar tendenziell die Edelmetallpreise, doch Rezessionsängste belasten die Industrienachfrage.
Hier zeigt sich das Doppelgesicht von Silber. Während Gold als reines Währungsmetall profitiert, kämpft Silber mit widersprüchlichen Signalen: Kriegsangst treibt die Safe-Haven-Nachfrage, aber die Sorge vor einer globalen Konjunkturschwäche drückt auf die Industrienachfrage.
Strukturelles Defizit bleibt bestehen
Die Photovoltaikindustrie verbraucht jährlich über 230 Millionen Unzen Silber. Der Ausbau der Solarkapazitäten treibt die strukturelle Nachfrage weiter an. Gleichzeitig steht der Silbermarkt vor seinem fünften Defizitjahr in Folge – mit einem kumulierten Fehlbetrag von 820 Millionen Unzen zwischen 2021 und 2026.
Die Minenproduktion stagniert bei rund 813 Millionen Unzen. Fresnillo senkte seine Produktionsziele für 2026 auf 42 bis 46,5 Millionen Unzen, obwohl sich die Silberpreise verdoppelt haben. Neue Minen benötigen eine Vorlaufzeit von 7 bis 15 Jahren – schnelle Produktionssteigerungen sind ausgeschlossen.
Analysten uneins über weiteren Verlauf
J.P. Morgan erwartet für 2026 einen Durchschnittspreis von 81 Dollar je Unze – mehr als doppelt so hoch wie 2025. Bank of America-Analyst Michael Widmer geht noch weiter und hält 135 bis 309 Dollar für möglich, basierend auf einer Kompression des Gold-Silber-Verhältnisses.
Trotz der heftigen Korrektur liegt der März-2026-Futures-Kontrakt noch über 25 Prozent im Plus gegenüber dem Jahresanfang. Ende Januar hatte Silber mit 120 Dollar ein neues Allzeithoch markiert – die Spekulationsspitzen von 1980 und 2011 wurden damit übertroffen. Der aktuelle Preis von rund 85 Dollar liegt mehr als 50 Dollar über dem Vorjahresniveau.
Kurzfristig hängt die Preisentwicklung von der US-Zollpolitik, der Lage im Nahen Osten und den Wirtschaftsdaten ab. Die nächsten Tage dürften zeigen, ob die Erholung trägt oder ob eine weitere Korrekturwelle folgt.
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