Silber Preis: PCE-Bericht am 25. Juni entscheidend
Silber steht nach 46% Verlust vor wichtigen US-Inflationsdaten. Angebotsdefizit und Zinserwartungen prägen die gegensätzlichen Prognosen.

Kurz zusammengefasst
- Silber verlor seit Januar 46 Prozent
- Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
- Angebotsdefizit von 46 Millionen Unzen
- PCE-Daten entscheiden über Sommerkurs
Der Silberpreis hat turbulente Wochen hinter sich. Seit dem Rekordhoch im Januar verlor das Edelmetall rund 46 Prozent seines Wertes. Jetzt steht der Markt vor der nächsten Bewährungsprobe. Am Donnerstag veröffentlicht die US-Notenbank ihr bevorzugtes Inflationsmaß.
US-Notenbank hält den Druck hoch
Die Federal Reserve tritt auf die Bremse. Unter dem neuen Chef Kevin Warsh schlägt die Notenbank hawkishe Töne an. Neun der 19 Entscheidungsträger erwarten noch in diesem Jahr eine Zinserhöhung. Der Markt preist für September eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent ein. Hohe Zinsen machen unverzinsliches Silber für Anleger unattraktiv. Die Folge: massiver Preisdruck.
Parallel dazu blicken Investoren in die Schweiz. Dort verhandeln die USA und der Iran. Teheran lässt wieder Inspektoren der internationalen Atomenergiebehörde ins Land. Das entspannt die Lage am Ölmarkt. Sinkende Energiepreise könnten die Inflation dämpfen. Im Mai lag die US-Teuerungsrate noch bei 4,2 Prozent.
Angebotsdefizit stützt den Markt
Abseits der Geldpolitik bleibt der physische Markt extrem angespannt. Das Silver Institute rechnet im laufenden Jahr mit einem Angebotsdefizit. Es fehlen voraussichtlich 46,3 Millionen Unzen. Das ist das sechste Fehljahr in Folge. Die weltweiten Lagerbestände schmelzen massiv ab.
Silber fällt meist nur als Nebenprodukt bei der Kupfer- oder Bleiförderung an. Minenbetreiber können die Produktion daher kaum kurzfristig hochfahren. Indes wächst der Bedarf der Industrie rasant. Allein die Solarbranche verschlingt mittlerweile 16 Prozent der weltweiten Jahresproduktion.
PCE-Daten und Analysten-Ziele
Am 25. Juni liefert der PCE-Bericht neue Fakten. Zeigt der Index eine sinkende Kerninflation, könnte die Fed ihre Zinspläne überdenken. Das würde dem Silberpreis neuen Auftrieb geben. Aktuell notiert das Metall bei rund 65 US-Dollar je Unze.
Die institutionellen Prognosen für Ende 2026 gehen weit auseinander:
– TD Securities: 44 US-Dollar
– J.P. Morgan: 81 US-Dollar
– Commerzbank: 90 US-Dollar
Die Richtung für den restlichen Sommer entscheidet sich am Donnerstag. Bestätigt der PCE-Bericht die hohe Mai-Inflation, droht Silber ein weiterer Preisrutsch. Fällt die Teuerung schwächer aus, rücken die optimistischen Kursziele wieder in Reichweite.
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