Silber Preis: Photovoltaik-Nachfrage sinkt auf 151 Millionen Unzen
Der Photovoltaikbedarf sinkt trotz wachsender Solarkapazitäten; Effizienzgewinne verringern den Silberverbrauch je installierter Zelle.

Kurz zusammengefasst
- Solarbedarf fällt 2026 auf 151 Millionen Unzen
- US-Solarausbau im zweiten Quartal wächst um 45 Prozent
- Raffination verzögert sich um drei bis vier Monate
- COMEX-Bestände steigen, registrierte Mengen sinken
Der Silbermarkt steht vor einer spürbaren Verschiebung seiner fundamentalen Treiber. Während makroökonomische Faktoren und Zinskonditionen zuletzt die tägliche Preisfindung dominierten, rückt nun die industrielle Basis in den Fokus der Marktteilnehmer. Vor allem aus der Photovoltaikbranche mehren sich die Anzeichen für einen nachlassenden Verbrauch des Edelmetalls.
Verlangsamung im Solarsektor belastet Ausblick
Fachprognosen beziffern den weltweiten Silberbedarf für Photovoltaikanwendungen im Jahr 2026 auf rund 151,0 Millionen Unzen. Im Jahr 2025 lag dieser Wert noch bei 186,6 Millionen Unzen.
Dieser Rückgang vollzieht sich trotz eines weiterhin dynamischen Ausbaus der Solarkapazitäten. So verzeichneten Branchenerhebungen von SEIA und Wood Mackenzie in den USA für das zweite Quartal einen Zubau von 11,4 Gigawatt, was einem Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.
Dennoch führen Effizienzsteigerungen und sparsamere Materialeinsätze in den Produktionsprozessen dazu, dass pro installierter Zelle weniger Silber benötigt wird.
Signale aus Verarbeitung und Förderung
Parallel zur Nachfrageseite zeigen sich differenzierte Entwicklungen in der physischen Lieferkette. Nach Angaben der Scottsdale Mint verzögert sich die Raffination von Silber je nach Material um drei bis vier Monate, wenngleich veredeltes Material auf dem US-Markt ausreichend verfügbar bleibt.
Lagerbestände und Marktlage
An den Terminbörsen verlaufen die Bestandsbewegungen uneinheitlich. An der COMEX stiegen die Lagerbestände in der Woche vom 18. bis 25. September um rund 2,5 Millionen Unzen auf 332,6 Millionen Unzen, wobei die registrierten Bestände um 1,0 Million Unzen zurückgingen. An der Shanghai Futures Exchange gingen die registrierten Lagerbelege am 28. September leicht um 4.605 Kilogramm auf 1.439.291 Kilogramm zurück.
Für die Terminmarktakteure liefert die US-Aufsichtsbehörde CFTC neue Orientierungspunkte: Nach dem jüngsten Veröffentlichungstermin steht die nächste reguläre Vorlage des Berichts zu den Positionierungen für den 9. Oktober an.
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