Silber Preis: Trump-Besuch 13. bis 15. Mai

Trumps Peking-Reise rückt Silber als Industriemetall in den Fokus. Der Preis steigt deutlich, getrieben von Hoffnung auf Handelsentspannung und knappem Angebot.

Felix Baarz ·
Silber Preis Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Silberpreis springt um über sechs Prozent
  • Industrienachfrage statt Krisenschutz im Fokus
  • China-Reise Trumps weckt Handelshoffnungen
  • Fünftes Defizitjahr in Folge erwartet

Silber bekommt aus Peking einen neuen Taktgeber. Donald Trump reist vom 13. bis 15. Mai nach China, wie Weißes Haus und Chinas Außenministerium bestätigt haben. Für den Markt zählt weniger das Protokoll als die Lieferkette. Rund 60 Prozent der Silbernachfrage kommt aus der Industrie.

Warum der Gipfel den Preis bewegt

Silber steckt in Solarmodulen, Elektrofahrzeugen, Elektronik und Halbleitern. Genau diese Branchen hängen stark an US-chinesischen Warenströmen. Jede Entspannung im Handelsstreit kann deshalb die Nachfrageerwartungen verschieben.

Der Preis hat bereits reagiert. Am Montag sprang Silber um 6,15 Prozent auf 85,36 Dollar je Unze. Gold gewann nur 0,39 Prozent.

Die Bewegung war damit kein klassischer Safe-Haven-Impuls. Das Gold-Silber-Ratio fiel zuletzt auf 55,46, nach mehr als 61 Mitte April. Wenn Silber Gold so klar schlägt, schaut der Markt stärker auf Industrie als auf Krisenschutz.

Am Dienstag notierte Silber bei 86,58 Dollar je Unze. Im Monatsvergleich liegt das Plus bei rund 14,63 Prozent. Der Markt preist damit ein, dass politische Entspannung schnell in reale Nachfrage münden könnte.

Seltene Erden als zweiter Hebel

Im Zentrum stehen auch Seltene Erden. China verarbeitet rund 85 Prozent dieser Rohstoffe und dominiert mehr als 90 Prozent der Magnetproduktion. Besonders schwere Seltene Erden bleiben ein Engpass, weil die USA sie derzeit nicht selbst aufbereiten.

Eine formalisierte Waffenruhe im Handel würde Solar-, EV- und Chipfirmen Planungssicherheit geben. Eine Lockerung chinesischer Exportbeschränkungen könnte die Risikoprämie bei Industriemetallen senken. Kurzfristig wäre das ein Dämpfer, langfristig aber ein Signal für stabilere Lieferketten.

Peking zeigt sich laut Beobachtern bereit, Boeing-Flugzeuge und US-Sojabohnen zu kaufen. Auch ein „Board of Trade“ und ein „Board of Investment“ stehen im Raum. Für Silber zählt daran vor allem der Ton: weniger Blockade, mehr industrielle Berechenbarkeit.

Knappes Angebot bleibt das Fundament

Der Gipfel ist nur der Auslöser. Das engere Angebot liefert den Hintergrund. Laut World Silver Survey 2026 hat der Markt im vergangenen Jahr das fünfte Defizitjahr in Folge erlebt.

Für 2026 erwartet das Silver Institute ein Defizit von 46,3 Millionen Unzen. Das wäre mehr als 2025, obwohl die Gesamtnachfrage sinken soll. Der Grund ist simpel: Das Angebot fällt noch schneller.

Die Lagerseite verschärft das Bild. Seit 2021 sanken die oberirdischen Bestände um 762 Millionen Unzen. In London lagen frei verfügbare Bestände im September 2025 nur noch bei 17 Prozent.

Auch die Minen reagieren kaum auf die hohen Preise. Der Grund liegt in der Struktur des Marktes. Rund drei Viertel des Silbers fällt als Nebenprodukt im Basismetallbergbau an.

Gegenwind kommt von Inflation und Öl. Die US-Inflation stieg im April auf 3,8 Prozent, leicht über den Erwartungen. Händler rechnen nun mit einer Zinserhöhung bis April 2027.

Der Iran-Konflikt verschärft dieses Bild. Die Straße von Hormuz bleibt gesperrt, normalerweise läuft dort ein Fünftel des globalen Öls durch. Höhere Energiepreise nähren Inflation und drücken die Hoffnung auf sinkende Zinsen.

Der Besuch in Peking läuft bis 15. Mai. Kommen belastbare Zusagen zu Handel und Exportregeln, könnte Silber weiter als Industriemetall bewertet werden. Ohne Fortschritt rückt wieder der Zinsdruck in den Vordergrund.

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