Silber Preis: Trump sagt Iran-Angriff ab
Die Absage des US-Angriffs auf Iran treibt Silber und Gold, während der Ölpreis fällt. Fed-Signale und Charttechnik bleiben richtungsweisend.

Kurz zusammengefasst
- US-Verzicht auf Iran-Angriff
- Edelmetalle profitieren, Öl sinkt
- Fed-Dissens erhöht Zinserwartung
- Silber-Chart zeigt Bodenbildung
Der Silberpreis hat am Montag kräftig zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump einen geplanten Großangriff auf Iran abgesagt und die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen angekündigt hat. Die Nachricht sorgte an den Rohstoffmärkten für eine deutliche Entspannung und ließ Edelmetalle wie Silber und Gold spürbar steigen, während der Ölpreis nachgab.
Trump sagt Großangriff auf Iran ab
Trump erklärte laut FAZ, ein geplanter Angriff auf Iran – nach eigenen Worten der größte „seit dem Zweiten Weltkrieg“ – sei abgesagt worden, um Verhandlungen zu ermöglichen. Die Gespräche sollten am Montagnachmittag beginnen. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Iran selbst hätten um eine Absage gebeten, ein Angriff wäre nach Trumps Einschätzung „verheerend“ gewesen. Verteidigungsminister Hegseth erklärte laut FAZ, das Militär sei weiterhin einsatzbereit. Im Zentrum der Verhandlungen stehen die Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm. Ein im Juni vereinbartes Rahmenabkommen sieht eine Öffnung der wichtigen Meerenge sowie ein Ende der US-Seeblockade vor, verbunden mit einer 60-Tage-Frist. Laut CNBC bestehen weiterhin Zweifel an einer Einigung, die Analysten von BMI erhöhten die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation auf 35 Prozent. Schifffahrtsrisiken bleiben akut: Die Organisation UKMTO meldete einen Vorfall nahe Oman. „Ich denke, es gibt einen Deal“, sagte Trump laut Handelsblatt. Die Entspannungssignale drückten den Ölpreis merklich, was die Inflationssorgen der Anleger dämpfte und Edelmetallen als Absicherung neuen Auftrieb gab.
Der SPD-Fraktionschef Matthias Miersch warnte unterdessen vor einer möglichen wirtschaftlichen Notlage in Deutschland durch den Iran-Konflikt, sollten Wertschöpfungsketten und die Versorgung mit Grundstoffen gestört werden. Eine konkrete Festlegung zur Finanzierung möglicher Hilfsmaßnahmen traf er nicht.
Fed uneins, Zinserhöhung im September wahrscheinlicher
Parallel zur geopolitischen Entspannung sorgte die US-Notenbank für zusätzliche Bewegung an den Edelmetallmärkten. Die Fed beließ die Zinsen zum wiederholten Mal unverändert, doch drei Offizielle stimmten gegen die Entscheidung – ein ungewöhnlich deutlicher Dissens. Der Markt preist inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 68 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein. Für zinslos gehaltene Edelmetalle wie Silber ist das grundsätzlich ein belastender Faktor, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten der Anlage erhöhen. Die Commerzbank sieht deshalb auch den Ausblick für Gold durch die erwarteten Fed-Schritte begrenzt. Der Analyst Tim Waterer von KCM Trade brachte es auf den Punkt: Für einen nachhaltig starken Anstieg der Edelmetalle brauche es die Kombination aus fallenden Ölpreisen, einem schwächeren Dollar und einer taubenhafteren Fed – Bedingungen, die sich am Wochenanfang zumindest teilweise erfüllten, nachdem der Dollar unter Druck geriet und die Rohölpreise deutlich nachgaben.
Charttechnik: Bodenbildung statt klarer Trend
Charttechnisch bleibt die Lage bei Silber uneindeutig. Analysten beschreiben seit Wochen eine komplizierte Bodenbildung, bei der sich der Preis zwischen einer breiteren Unterstützungs- und Widerstandszone seitwärts bewegt, ohne einen klaren Ausbruch zu vollziehen. Mehrere Marktbeobachter sehen im Bereich der jüngsten Tiefs eine mögliche Basis für eine weitere Erholung, während ein nachhaltiger Ausbruch nach oben aus ihrer Sicht deutlich höhere Kursziele eröffnen könnte. Ein endgültiges Signal für die Richtung fehlt jedoch weiterhin. Für Anleger bleibt damit entscheidend, wie sich die Iran-Verhandlungen in den kommenden Tagen entwickeln und ob die Fed ihre Zinssignale im September tatsächlich in die Tat umsetzt. Beide Faktoren dürften über die kurzfristige Richtung des Silberpreises maßgeblich mitentscheiden.
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