Silber Preis: UBS senkt auf 80 Dollar bis Jahresende
Geopolitische Spannungen und steigende Inflation belasten den Silbermarkt, während das Angebotsdefizit weiter wächst.

Kurz zusammengefasst
- Silber fällt auf tiefsten Stand seit März
- Inflation treibt Zinserwartungen in die Höhe
- Angebotsdefizit wächst trotz schwächelnder Solarnachfrage
- UBS senkt Silberprognosen drastisch
Die USA greifen den Iran an. Der eskalierende Konflikt am Persischen Golf schickt Schockwellen durch die globalen Märkte. Silber fiel daraufhin auf den tiefsten Stand seit Ende März. Zuletzt erholte sich das Edelmetall leicht. Eine Feinunze kostet nun wieder 63,95 US-Dollar.
Zinsangst drückt den Preis
Die geopolitische Lage treibt die Energiekosten massiv nach oben. Das heizt die Inflation an. Im Mai stieg die US-Teuerungsrate auf 4,2 Prozent. Die Kerninflation kletterte parallel dazu auf ein Sieben-Monats-Hoch.
Für Silber bedeutet das strukturellen Gegenwind. Händler rechnen nun fester mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember. Steigende Zinsen machen zinslose Anlagen wie Edelmetalle für Investoren unattraktiver. Die Folge: Der Preis gerät unter Druck.
Solarbranche spart, Defizit bleibt
Trotz des Preisverfalls bleibt der Markt extrem angespannt. Im sechsten Jahr in Folge weitet sich das Angebotsdefizit aus. Es liegt nun bei 46,3 Millionen Unzen. Daran ändert auch die schwächelnde Nachfrage aus der Solarindustrie nichts.
Photovoltaik-Hersteller verbrauchten zuletzt sechs Prozent weniger Silber. Der historisch hohe Preis zwang die Unternehmen zu massiven Einsparungen. Zuvor war der Anteil des Metalls an den Solarzellenkosten drastisch gestiegen. Andere Sektoren springen jedoch ein. Boomende Rechenzentren und Elektroautos halten den globalen Verbrauch hoch.
Minen stoßen an Grenzen
Ein schnelles Angebotswachstum ist unwahrscheinlich. Silber fällt zu 70 Prozent als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle an. Sinkende Erzgehalte und fehlende neue Minenprojekte bremsen die Produktion spürbar.
Auch das Recycling bietet kaum Entlastung. Die Kapazitäten der weltweiten Raffinerien sind stark begrenzt. Indes saugen Finanzinvestoren und ETF-Käufer das verfügbare Material auf. Das zementiert das globale Defizit auf absehbare Zeit.
UBS streicht Kursziele zusammen
Im Januar notierte Silber noch auf einem Rekordhoch von gut 121 Dollar. Allein im vergangenen Monat verlor das Metall rund 26 Prozent an Wert. Auf Jahressicht bleibt ein deutliches Plus.
Die Großbank UBS zieht nun Konsequenzen und senkt ihre Prognosen drastisch. Für Ende Juni erwarten die Analysten einen Preis von 85 Dollar je Unze. Bis zum Jahresende soll der Kurs auf 80 Dollar fallen. Als Gründe nennt die Bank die trübe Investmentstimmung und schwächere Industriekäufe.
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