Silber Preis: Warsh-Rede zündet Kaufwelle
Fed-Aussagen zu Inflation und Zinsen treiben Silber auf 60 Dollar. Geopolitische Spannungen stützen die Erholung des Edelmetalls.

Kurz zusammengefasst
- Silber steigt auf 60,07 US-Dollar
- Fed-Chef signalisiert Zinspause
- Nahost-Konflikt treibt Nachfrage
- Monatsbilanz dennoch negativ
Ein Satz eines Notenbankers reicht aus, um den Silberpreis wieder nach oben zu drehen. Nur wenige Tage nach einem Siebenmonatstief schießt das Edelmetall wieder deutlich nach oben. Der Auslöser sitzt in Sintra, Portugal.
Warsh-Aussagen lösen Kaufwelle aus
Silber stieg am Donnerstag auf 60,07 US-Dollar je Feinunze. Das entspricht einem Plus von 1,67 Prozent zum Vortag. Grund für den Sprung: Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh auf dem Notenbank-Forum der Europäischen Zentralbank.
Warsh erklärte, die Inflationserwartungen hätten sich im vergangenen Monat abgeschwächt. Eine Zinserhöhung sei deshalb nicht dringend nötig. Die Aussage nahm Druck aus dem Markt und trieb Anleger zurück in Silber.
Bereits am Mittwoch hatte eine ähnliche Dynamik gewirkt. Silber kletterte um 3 Prozent auf 60 Dollar je Unze. Neben Warshs Worten befeuerten auch neue US-Iran-Spannungen die Nachfrage nach dem Edelmetall.
Bemerkenswert ist eine kommunikative Kehrtwende der Fed. Warsh bestätigte, dass die Notenbank ihre traditionelle Forward Guidance zu Zinssätzen aufgibt. Das markiert einen Wandel in der Kommunikationsstrategie.
Trotz der veränderten Tonalität bleiben Investoren vorsichtig. Der Markt preist weiterhin zusätzliche US-Zinserhöhungen für dieses Jahr ein. Grund ist der widerstandsfähige Arbeitsmarkt, der die Inflation hochhält.
Nahost-Spannungen als zusätzlicher Preistreiber
Neben der Geldpolitik blickt der Markt auf den Nahen Osten. Anleger verfolgen die US-Iran-Gespräche in Katar aufmerksam. Direkte Verhandlungen zwischen beiden Ländern bleiben allerdings unwahrscheinlich.
Diese Unsicherheit stützt Silber als Absicherung gegen geopolitische Risiken. Kein Wunder, dass Anleger in unsicheren Zeiten zum Edelmetall greifen.
Volatiler Wochenverlauf
Die Erholung folgt auf einen ausgeprägten Abwärtstrend. Am Mittwoch notierte Silber laut FXStreet-Daten noch bei rund 57,67 US-Dollar. Am Dienstag lag der Preis noch bei 58,49 US-Dollar.
Auch die Terminkontrakte zeigten die Schwankungsbreite. Die September-Futures eröffneten am Mittwoch bei 59,25 US-Dollar. Das lag rund 1,1 Prozent unter dem Vortagesniveau.
Auf Monatssicht bleibt die Bilanz negativ. Der Silberpreis ist im vergangenen Monat um 17,36 Prozent gefallen. Verglichen mit dem Vorjahr liegt er dennoch 63,01 Prozent höher.
Die aktuelle Gegenbewegung zeigt, wie sensibel der Markt auf einzelne Notenbank-Aussagen reagiert.
Angebotsseite bleibt im Blick
Unabhängig von der kurzfristigen Bewegung bleibt die Angebotsstruktur ein wichtiger Faktor. Mexiko, Peru und China zählen weltweit zu den größten Silberproduzenten. Es folgen Australien und Chile. Auch Bolivien, die USA, Polen und Russland zählen zu den größeren Anbietern.
In den kommenden Handelstagen zeigt sich, ob die Erholung nach den Warsh-Aussagen Bestand hat. Bleiben die Zinssorgen im Hintergrund, könnte der Preis weiter steigen. Kehren sie zurück, droht ein erneuter Rückschlag.
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