Silber Preis: Wochenverlust von 6,5 Prozent
Steigende COMEX-Bestände und mögliche Einsparungen in der Solarbranche treffen auf einen Wochenverlust von 6,5 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- 1.286 COMEX-Kontrakte zur Lieferung angemeldet
- Silberbestände an der COMEX gestiegen
- Solarbranche könnte Silberverbrauch um 17 Prozent senken
- Silber verliert auf Wochensicht 6,5 Prozent
Während an den Rohstoffmärkten die Nervosität anhält, richten Marktteilnehmer ihren Blick verstärkt auf die Terminbörsen und die reale Nachfrage der Industrie. An der New Yorker COMEX summierten sich die Lieferanmeldungen für den laufenden Oktober-Lieferzyklus bis zum Freitag auf 1.286 Kontrakte.
Bei einer Kontraktgröße von 5.000 Feinunzen entspricht dies einer physischen Auslieferungsmenge von über 6,4 Millionen Unzen. Begleitet wurde diese Abwicklung von einem verhaltenen Wochenausklang: Silber beendete den Freitagshandel bei 57,13 USD je Feinunze.
Der Markt ringt seit Tagen um eine klare Richtung. Zwar greifen Investoren bei Turbulenzen an den Aktienmärkten zeitweise auf das Edelmetall als Absicherung zurück. Dieser stützende Impuls trifft jedoch auf gegenläufige Kräfte aus Zinsunsicherheit und gedämpfter industrieller Nachfrage.
Lagerbestände steigen an der Terminbörse
Die physische Verfügbarkeit an den Handelsplätzen zeigt sich zuletzt entspannt. Laut Lagerberichten der CME kletterten die gesamten Silberbestände an der COMEX am Donnerstag auf 333,75 Millionen Feinunzen. Davon entfielen 103,12 Millionen Unzen auf die sofort lieferbare Kategorie „registered“, während 230,63 Millionen Unzen dem Status „eligible“ zugeordnet waren.
Zusätzlicher Gegenwind formiert sich auf der industriellen Nachfrageseite. Die London Bullion Market Association verwies auf branchenweite Tendenzen in der Photovoltaik, Silber zunehmend durch unedlere Metalle wie Kupfer zu ersetzen.
Einsparungen und veränderte Produktionsprozesse könnten den Silberverbrauch je Solarzelle im laufenden Jahr nach Berechnungen der Deutschen Bank um etwa 17 Prozent verringern. Neben dem bekannten Kontext eines strukturellen Angebotsdefizits am Silbermarkt dämpfen solche technologischen Substitutionseffekte die langfristige Nachfragefantasie spürbar.
Geldpolitischer Zinsfokus bremst Notierungen
Auf Wochensicht büßte das Edelmetall 6,5 Prozent an Wert ein. Mit dieser Bewegung vergrößerte sich der Abstand zur mittelfristigen Trendlinie: Silber notiert 11 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Gleichwohl erhielten die Notierungen zum Wochenabschluss leichte Entlastung von der Währungsfront. Nach den US-Inflationsdaten für den September schwächte sich die US-Währung wieder ab.
Laut Reuters trugen Äußerungen aus Kreisen der Federal Reserve dazu bei, die Zinserwartungen zu stabilisieren, da Vertreter der Notenbank keine Dringlichkeit für eine unmittelbar bevorstehende Straffung signalisierten.
Für die Marktteilnehmer richtet sich das Augenmerk nun auf das nächste reguläre Treffen des Offenmarktausschusses am 27. und 28. Oktober, von dem richtungsweisende Signale für Dollar und Edelmetalle ausgehen dürften.
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