Silberner Hoffnungsschimmer: Warum Rohstoffe plötzlich wieder glänzen
Liebe Leserinnen und Leser,
während die Märkte diese Woche zwischen Trump-Zöllen und Ukraine-Sorgen schwankten, spielte sich abseits der Schlagzeilen eine bemerkenswerte Entwicklung ab: Die US-Regierung erwägt, Silber auf die Liste „kritischer Mineralien“ zu setzen. Was nach bürokratischem Kleinkram klingt, könnte tatsächlich der Startschuss für eine neue Rohstoff-Rally sein – mit weitreichenden Folgen für europäische Anleger und Industrieunternehmen.
Doch der Reihe nach: Diese Woche dominierten geopolitische Spannungen, juristische Rückschläge für Trumps Handelspolitik und überraschende wissenschaftliche Durchbrüche die Wirtschaftsnachrichten. Zeit, die Zusammenhänge zu sortieren.
Rohstoff-Renaissance: Wenn Politik auf Physik trifft
Die mögliche Einstufung von Silber als „kritisches Mineral“ durch Washington ist mehr als eine technische Formalität. Sie signalisiert einen fundamentalen Strategiewechsel in der westlichen Industriepolitik. Denn während Europa noch über Wasserstoff-Allianzen diskutiert – wie BDEW-Chefin Andreae diese Woche anmahnte –, schaffen die USA bereits Fakten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Die Elektrifizierung der Wirtschaft verschlingt gewaltige Mengen an Industriemetallen. Allein für Solarzellen und E-Mobilität wird der globale Silberbedarf bis 2030 um geschätzte 40 Prozent steigen. Gleichzeitig schwächeln die Minenproduktionen, und die oberirdischen Lagerbestände schrumpfen seit Jahren kontinuierlich.
Was das für Europa bedeutet? Die von Frankreich angeführte „Nukleare Allianz“ hat es geschafft, Atomkraft in der EU-Taxonomie als nachhaltige Übergangsenergie zu verankern – wenn auch nicht als erneuerbare Energie, wie fälschlicherweise berichtet wurde. Doch bei strategischen Rohstoffen hinkt die EU hinterher. Während Washington Silber zur Chefsache macht, fehlt in Brüssel eine vergleichbare Initiative. Das könnte sich rächen, wenn amerikanische Abnehmer künftig bevorzugten Zugang zu knappen Ressourcen erhalten.
Trump-Zölle vor Gericht: Das Ende der Handelskriege?
Ein US-Berufungsgericht hat diese Woche Trumps universelle Importzölle für größtenteils rechtswidrig erklärt. Der Präsident hatte versucht, unter Berufung auf einen nationalen Notstand das Parlament zu umgehen – ein Manöver, das die Richter nun kassierten. Trump kündigte zwar umgehend Gang vor den Supreme Court an, doch bis zum 14. Oktober bleibt Zeit für eine juristische Kehrtwende.
Die Ironie dabei: Während Trump in Washington gegen Windmühlen kämpft, setzen amerikanische Unternehmen längst auf andere Strategien. Die neue Visa-Gebühr von 250 Dollar für US-Reisende aus Nicht-Visa-Waiver-Ländern – faktisch eine Tourismussteuer – trifft vor allem aufstrebende Märkte wie Mexiko, Indien und China. Statt offener Handelskriege also versteckte Protektionismus-Nadelstiche.
Für europäische Exporteure bedeutet das vorerst Entwarnung. Der 15-Prozent-Zoll auf EU-Waren bleibt zwar bestehen, aber die befürchtete Eskalation ist erstmal vom Tisch. Dennoch: Die Unsicherheit bleibt. Besonders deutsche Automobilhersteller, die sowohl in den USA produzieren als auch dorthin exportieren, müssen weiter auf Sicht fahren.
Ukraine-Konflikt: Die vergessene Wirtschaftsfront
Während die Welt auf Pokrowsk starrt, wo laut Selenskyj 100.000 russische Soldaten für eine Großoffensive bereitstehen, entwickelt sich abseits der Kampfhandlungen eine ökonomische Zeitbombe. Russlands Verteidigungsminister Beloussow prahlte diese Woche mit monatlichen Gebietsgewinnen von 600 bis 700 Quadratkilometern – etwa die Fläche Hamburgs.
Was er verschwieg: Die wirtschaftlichen Kosten dieser „Erfolge“. Schätzungen westlicher Geheimdienste zufolge verschlingt der Krieg täglich eine Milliarde Dollar aus Moskaus Kassen. Die Sanktionen wirken langsam, aber stetig. Besonders der Technologiesektor leidet unter fehlenden Halbleitern und Software-Lizenzen.
Interessant ist Dänemarks Schachzug: Das Land kauft für Milliarden Patriot-Systeme in den USA, um sie an die Ukraine weiterzureichen. Ein cleveres Umgehungsmanöver, das zeigt, wie die NATO-Partner Washingtons Zurückhaltung bei direkten Waffenlieferungen kompensieren.
Wissenschaft trifft Sport: Die Genschere schneidet mit
In Argentinien grasen die weltweit ersten geneditierten Pferde – geklonte Polo-Champions mit optimierten Muskelgenen. Was nach Science-Fiction klingt, wirft fundamentale Fragen auf: Wo endet Zucht, wo beginnt Manipulation?
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Die argentinische Polo-Elite ist gespalten. Während Klonfirma Kheiron bereits 400 Pferde-Kopien jährlich produziert (Stückpreis: 40.000 Dollar), verweigert der Polo-Verband den Gen-Pferden die Zulassung. „Das nimmt dem Sport die Magie“, klagt Benjamin Araya, Präsident der argentinischen Polo-Association.
Die ökonomische Dimension ist beträchtlich: Argentinien exportierte 2024 etwa 2.400 Polo-Pferde. Ein einziges Spitzentier kann bis zu 800.000 Dollar einbringen. Sollten geneditierte Tiere diesen Markt erobern, würde das traditionelle Züchter ruinieren – aber möglicherweise eine neue Biotech-Industrie entstehen lassen.
Europa schaut gebannt zu. Die EU-Gentechnik-Regulierung ist strenger als in Südamerika, doch der Druck wächst. Wenn argentinische Gen-Pferde internationale Turniere dominieren, könnte das die Debatte neu entfachen.
Kurz notiert: Was diese Woche noch wichtig war
Palästina-Blockade: Die USA entziehen Palästinenserpräsident Abbas das Visum für die UN-Vollversammlung. Ein diplomatischer Affront, der die Zweistaaten-Lösung weiter in die Ferne rücken lässt. Frankreich und Saudi-Arabien wollen gegensteuern.
Beta-Blocker-Rätsel: Zwei große Herz-Studien kommen zu gegensätzlichen Ergebnissen. Während norwegische Forscher klare Vorteile sehen, zeigt eine spanisch-italienische Studie kaum Effekte. Big Pharma (Pfizer, Novartis & Co.) atmet auf – der Milliarden-Markt bleibt umkämpft.
Grüner Kunststoff: Der Markt für Garten-Plastik soll bis 2030 auf 1,13 Milliarden Dollar wachsen. Treiber: Urban Gardening und die Suche nach recycelbaren Alternativen. Deutsche Chemiekonzerne wie BASF wittern das Geschäft.
Ausblick: Was die kommende Woche bringt
Der September startet turbulent: Am Montag veröffentlicht China seine August-Einkaufsmanagerindizes – ein erster Test, ob Pekings Konjunkturmaßnahmen greifen. Mittwoch folgen die US-Arbeitsmarktdaten. Bei weiter sinkender Beschäftigung könnte die Fed im September doch noch die Zinswende einläuten.
In Europa richtet sich der Blick auf die EZB-Sitzung am Donnerstag. Die Inflation in der Eurozone ist im August vermutlich weiter gesunken, was Lagarde Spielraum für eine Lockerung gäbe. Doch die Unsicherheiten bleiben groß – von der Ukraine bis zu Trumps Zoll-Drohungen.
Die spannendste Frage aber bleibt: Erleben wir gerade den Beginn eines neuen Rohstoff-Superzyklus? Wenn Regierungen weltweit kritische Mineralien horten und die Energiewende den Hunger nach Metallen befeuert, könnten die 2020er Jahre zur Dekade der Rohstoffe werden. Anleger, die sich jetzt positionieren, könnten später zu den Gewinnern zählen. Oder wie es ein alter Börsenhase diese Woche formulierte: „Wenn alle auf KI starren, kaufe ich Kupfer.“
Genießen Sie das Wochenende und denken Sie daran: In unsicheren Zeiten sind reale Werte oft die beste Versicherung.
Mit herzlichen Grüßen aus der Redaktion
Eduard Altmann
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