Siltronic Aktie: Prognose leicht angehoben
Siltronic verzeichnet operativen Verlust im zweiten Quartal, hebt aber den Jahresausblick dank steigender Nachfrage nach 200-Millimeter-Wafern an.

Kurz zusammengefasst
- Operativer Verlust von 51,9 Millionen Euro
- Jahresausblick für Umsatz leicht verbessert
- Nachfrage nach 200-Millimeter-Wafern steigt
- Liquidität durch Kapitalerhöhung gestärkt
Rote Zahlen, aber ein Silberstreif am Horizont: Siltronic hat im zweiten Quartal 2026 einen operativen Verlust ausgewiesen — und trotzdem den Jahresausblick leicht nach oben korrigiert. Der Wafer-Hersteller aus München profitiert von einer anziehenden Nachfrage nach kleineren Siliziumscheiben, die sich erst in der zweiten Jahreshälfte richtig entfalten soll.
Verlust fällt geringer aus als befürchtet
Der Umsatz sank im zweiten Quartal auf 321,6 Millionen Euro, nach 329,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das EBITDA gab auf 69,4 Millionen Euro nach, die Marge rutschte deutlich von 26,3 auf 21,6 Prozent. Unterm Strich blieb ein Verlust von 63,2 Millionen Euro hängen, je Aktie 1,71 Euro — nach einem Gewinn von 0,38 Euro im Vorjahr.
Das operative Ergebnis fiel mit minus 51,9 Millionen Euro allerdings besser aus, als Analysten befürchtet hatten. Höhere Abschreibungen durch den Kapazitätsausbau in Singapur und gestiegene Betriebskosten drückten auf die Marge. Im ersten Halbjahr insgesamt summierte sich der Umsatz auf 628,1 Millionen Euro, deutlich unter den 674,8 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum. Belastet hatten vor allem der schwächere US-Dollar und der Wegfall der Umsätze aus der Mitte 2025 eingestellten SD-Fertigung.
Wafer-Nachfrage gibt Hoffnung
Die eigentliche Nachricht des Tages liegt im Ausblick. Siltronic rechnet für 2026 nun mit einem Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahreswert von 1,35 Milliarden Euro — bislang stand ein Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich im Raum. Die EBITDA-Marge soll unverändert zwischen 20 und 24 Prozent liegen.
Treiber der Anpassung ist die Nachfrage nach 200-Millimeter-Wafern, die sich laut Vorstandschef Michael Heckmeier im zweiten Halbjahr belebt, während sich die Preise auf niedrigem Niveau stabilisieren. Parallel bleibt die Nachfrage nach 300-Millimeter-Wafern für Speicher- und Logikanwendungen robust — sie war zuletzt der wichtigste Wachstumstreiber und wird durch die neuen Kapazitäten in Singapur bedient.
Finanziell steht Siltronic nach der im Juni 2026 durchgeführten Kapitalerhöhung besser da. Die liquiden Mittel kletterten zum Halbjahresende auf 647,4 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg auf 45,4 Prozent. Die Nettofinanzverschuldung sank im Vergleich zum Jahresende 2025 von 836,5 auf 691,9 Millionen Euro.
Die nächste Standortbestimmung liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal am 4. November 2026. Dann zeigt sich, ob die erwartete Belebung bei den kleineren Wafern tatsächlich greift oder ob das schwache Preisniveau die Erholung weiter bremst.
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