Sivers: 53,8 Millionen Aktien zur Abstimmung
Sivers-Aktionäre stimmen über Kapitalerhöhung und Nasdaq-Listing ab. Eine Verwässerung von 15 Prozent droht, während Kurs und Ermittlungen die Lage prägen.

Kurz zusammengefasst
- Abstimmung über Kapitalerhöhung am Montag
- Drohende Verwässerung von 15 Prozent
- Kurs unter Druck durch Short-Squeeze-Ende
- Ermittlungen wegen möglicher Leaks
Sivers Semiconductors steht vor einem entscheidenden Wochenende. Am Montag stimmen Aktionäre über die Zukunft des schwedischen Chip-Entwicklers ab. Die Ausgangslage ist extrem angespannt. Eine Kriminaluntersuchung, eine Short-Seller-Attacke und eine drohende Verwässerung von 15 Prozent belasten den Kurs.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 7,75 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von rund 55 Prozent auf der Kurstafel.
Dennoch notiert das Papier knapp 24 Prozent unter dem Jahreshoch von Anfang Juni. Die annualisierte Volatilität liegt bei fast 250 Prozent. Kaum ein europäischer Tech-Titel schwankt derzeit stärker.
Schwache Zahlen, große Pläne
Operativ liefert das Unternehmen ein gemischtes Bild. Der Umsatz fiel im ersten Quartal um 22 Prozent auf 61,9 Millionen schwedische Kronen. Der Nettoverlust weitete sich auf 42,7 Millionen Kronen aus.
Das Management hält trotzdem an ehrgeizigen Zielen fest. Die Auftragspipeline wuchs seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar. Ab Ende 2026 soll die Produktion für Automotive-LiDAR-Projekte anlaufen.
Leerverkäufer und Ermittler
Der jüngste Kursanstieg basierte primär auf einem Short-Squeeze. Leerverkäufer mussten ihre Positionen decken. Dieser Effekt läuft nun aus. Die technische Unterstützung schwindet. Die Folge: fallende Kurse.
Parallel dazu gerät Sivers von zwei Seiten unter Druck. Der Leerverkäufer Ningi Research wirft dem Unternehmen fragwürdige Umsatzbuchungen vor. Regulierungsbehörden haben diese Vorwürfe bislang nicht bestätigt.
Die schwedische Behörde für Wirtschaftskriminalität ermittelt derweil in einer anderen Sache. Es geht um mögliche Leaks, bevor das Management im April das Nasdaq-Listing ankündigte. Der Kurs war bereits 48 Stunden vor der offiziellen Meldung auffällig gestiegen.
Frisches Kapital floss zuletzt durch Indexaufnahmen in den Markt. Sivers rückte Ende Mai in den MSCI Sweden Small-Cap Index auf. Kurz darauf folgte die Aufnahme in den OMX Stockholm Benchmark Index. Indexfonds mussten die Aktie kaufen.
Hauptversammlung als Katalysator
Am 15. Juni fällt nun eine Richtungsentscheidung. Auf der Hauptversammlung in Stockholm entscheiden die Anteilseigner über das geplante Nasdaq-Zweitlisting.
Aktionäre stimmen auch über eine massive Kapitalerhöhung ab. Bis zu 53,8 Millionen neue Aktien sollen auf den Markt kommen. Das würde den Anteil der Altaktionäre um rund 15 Prozent verwässern. Hinzu kommt die nachträgliche Genehmigung eines Wandelkredits über 12 Millionen US-Dollar.
Stimmen die Anleger den Nasdaq-Plänen zu, könnte das den Kurs stützen. Lehnen sie die Anträge ab, verliert die Aktie ihren wichtigsten kurzfristigen Treiber. Das Abstimmungsergebnis am Montag bestimmt den Trend der kommenden Wochen.
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