Sivers: Achilles Capital in Restrukturierung
Bei Sivers Semiconductors spitzen sich gleich mehrere Krisen zu: Der Großaktionär beantragt Restrukturierung, während Leerverkäufer und Ermittler Druck ausüben.

Kurz zusammengefasst
- Größter Aktionär beantragt Restrukturierung
- Leerverkaufspositionen von 6,43 Prozent
- Ermittlungen wegen möglicher Kursmanipulation
- Aktionäre stimmen über Kapitalerhöhung ab
Eine Woche, vier Krisenherde. Sivers Semiconductors tritt in eine entscheidende Phase ein, in der sich Aktionärsstruktur, Regulierung und Unternehmensfinanzierung gleichzeitig zuspitzen — und das nach einer Kursrally, die in der europäischen Halbleiterbranche ihresgleichen sucht.
Größter Aktionär beantragt Restrukturierung
Das unmittelbarste Risiko kommt von oben. Achilles Capital, der größte Einzelaktionär von Sivers Semiconductors, und seine Muttergesellschaft DDM Finance haben Restrukturierungsverfahren beantragt. Auslöser: Anleihen im Volumen von rund 225 Millionen Euro, die im April 2026 fällig wurden.
Der Restrukturierungsplan sieht den Verkauf von Kreditportfolios sowie die Veräußerung von Technologie- und Life-Science-Beteiligungen im Wert von 30 bis 50 Millionen Euro vor. Ob die Sivers-Beteiligung dabei auf den Markt kommt, ist offen — das Management hat sich bislang nicht geäußert.
Leerverkäufer und Ermittler unter Druck
Parallel dazu bauen institutionelle Skeptiker Positionen auf. Gemeldete Leerverkaufspositionen summieren sich auf 6,43 Prozent der ausstehenden Aktien. Voleon Capital Management überschritt zuletzt die europäische Meldeschwelle von 0,5 Prozent, Two Sigma Investments ist ebenfalls engagiert.
Hinzu kommt eine strafrechtliche Komponente: Die schwedische Wirtschaftsstaatsanwaltschaft hat ein Vorermittlungsverfahren eröffnet. Der Verdacht: Vertrauliche Informationen über die geplante Nasdaq-Notierung sollen vorab durchgesickert sein. Ein Staatsanwalt prüft die Vorwürfe.
Neun Tage, drei Weichenstellungen
Am 11. Mai stimmen die Aktionäre über eine geplante Kapitalerhöhung ab. Der Vorstand schlägt eine gerichtete Neuemission von rund 8,6 Millionen Aktien zu je 14,50 Schwedischen Kronen vor — das entspricht einem Erlös von etwa 125 Millionen Kronen. Nötig ist das Geld: Die Kassenreserven lagen zum Jahresende bei gerade noch 43,5 Millionen Kronen. Als Investoren stehen DNB Disruptive Opportunities, DNB Nordic Small Cap und Storebrand Sverigefond bereit.
Am 15. Mai folgt der Jahresabschluss — erstmals geprüft nach den strengen US-amerikanischen PCAOB-Standards, eine Voraussetzung für die angestrebte Zweitnotierung an der Nasdaq in New York. Das Management hat mögliche Anpassungen bei Umsatzrealisierung, Lagerbestandsbewertung und aktienbasierter Vergütung signalisiert, hält diese jedoch für nicht wesentlich. Fünf Tage später, am 20. Mai, kommen die Erstquartalszahlen.
Bewertung weit jenseits des Sektors
Der Kurs legte in der abgelaufenen Woche rund 15 Prozent zu, gab aber deutlich von seinen Monatshochs nach. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf über 1.200 Prozent — eine Rally, die das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf das 31-Fache getrieben hat. Der europäische Halbleitersektor kommt im Schnitt auf das Vierfache, vergleichbare Peers auf das 17-Fache.
Der Umsatz wuchs 2025 um 25 Prozent auf 304 Millionen Kronen. Das bereinigte EBITDA blieb mit minus 10,8 Millionen Kronen negativ, der Nettoverlust lag bei 186,5 Millionen Kronen. Peter Andrekson, Professor an der Chalmers-Universität, bezweifelt öffentlich, ob Sivers einen echten technologischen Vorsprung besitzt — die Kerntechnologie existiere seit Jahren, der Markt werde von deutlich größeren Playern dominiert.
Die Hauptversammlung, ursprünglich für den 27. Mai angesetzt, findet nun am 15. Juni statt. Bis dahin dürften Jahresbericht und Quartalszahlen bereits ein klareres Bild liefern — ob die Bewertung trägt oder nicht.
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