Sivers Semiconductors Aktie: 14,43-Prozent-Einbruch auf 3,23 Euro
Nach Ablauf der Haltefrist verkaufen Insider Aktien. Der Kurs fällt weiter, während sich ein prominenter Shortseller zurückzieht.

Kurz zusammengefasst
- Kursrutsch um über 14 Prozent
- Lock-up-Frist für Insider abgelaufen
- Two Sigma reduziert Short-Position
- Handelssperre ab 28. Juli
Die Aktie von Sivers Semiconductors bricht am Mittwoch um 14,43 Prozent ein und rutscht auf 3,23 Euro. Damit setzt sich eine Talfahrt fort, die den schwedischen Photonik- und Funktechnik-Spezialisten binnen 30 Tagen bereits 63,44 Prozent gekostet hat. Vom Rekordhoch bei 10,23 Euro im Juni ist der Titel inzwischen 68,47 Prozent entfernt.
Ausgerechnet in dieser Phase zieht sich ein prominenter Shortseller zurück. Two Sigma Investments hat seine Wettposition gegen Sivers unter die meldepflichtige Schwelle von 0,5 Prozent des Aktienkapitals gesenkt. Schwedens Finanzaufsicht verlangt eine Offenlegung ab 0,1 Prozent, veröffentlicht wird eine Shortposition erst ab 0,5 Prozent. Nach dem Rückzug bleibt nur noch ein öffentlich gemeldeter Leerverkäufer übrig — insgesamt liegen aber weiterhin 2,76 Prozent des Kapitals short.
Der Ausstieg kommt, nachdem sich während der vorangegangenen Kursrally deutlich Shortpositionen aufgebaut hatten. Fonds wie Voleon Capital und Qube Research hatten zeitweise ebenfalls Wetten oberhalb der Meldeschwelle offengelegt.
Lock-up-Ende setzt Insider unter Druck
Der eigentliche Auslöser des aktuellen Ausverkaufs liegt woanders: im Auslaufen einer Haltefrist. Diese Lock-up-Vereinbarung war an die gerichtete Aktienemission vom 16. April gebunden. Vorstandsmitglieder mit Aktienbesitz und Teile des Managements hatten sich verpflichtet, bis zum 16. Juli keine Aktien zu verkaufen. Diese Frist ist nun abgelaufen.
Kurz danach meldeten mehrere Insider Transaktionen. Vorstandsmitglied Todd Thomson hält Aktien über seine Investmentgesellschaft Headwaters Capital LLC und vertritt zusätzlich die Anteile von Kairos Ventures. Kairos meldete Verkäufe seiner Sivers-Position.
Die Kairos-Aktien stammen aus dem Verkauf des Portfoliounternehmens Mixcomm, das aus der Columbia University hervorging und 2022 an Sivers ging. Das Investmentkomitee von Kairos entschied sich, einen Teil der Aktien an Investoren auszuschütten, die weiter investiert bleiben wollen. Den Rest verkauft Kairos direkt am Markt.
Handelssperre ab Ende Juli
Ab dem 28. Juli greift für Sivers eine Closed Period nach Artikel 19 Absatz 11 der EU-Marktmissbrauchsverordnung. Bis zur Veröffentlichung des Quartalsberichts am 27. August dürfen Personen mit Führungsverantwortung dann keine eigenen Transaktionen mehr in Aktien des Unternehmens tätigen. Das begrenzt das Zeitfenster für weitere Insider-Verkäufe auf wenige Tage.
Die Aktie notiert derzeit weit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 6,04 Euro und auch klar unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 3,97 Euro. Diese Diskrepanz zeigt, wie stark der jüngste Einbruch das mittelfristige Kursbild verzerrt hat.
Bis zum Beginn der Handelssperre am 28. Juli könnten weitere Insider-Meldungen folgen. Der nächste größere Impuls dürfte dann erst mit dem Quartalsbericht Ende August kommen.
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