Sivers Semiconductors Aktie: 15. Juni entscheidet über Nasdaq
Sivers Semiconductors gewinnt Millionenauftrag aus den USA, kämpft aber mit operativen Verlusten. Die Hauptversammlung am 15. Juni entscheidet über Kapitalerhöhung und US-Listing.

Kurz zusammengefasst
- Millionenauftrag für US-Verteidigungsnetzwerk
- Umsatzrückgang im ersten Quartal
- KI-Allianz mit GlobalFoundries geschlossen
- Abstimmung über Nasdaq-Listing im Juni
Ein Millionenauftrag aus den USA treibt den Kurs. Sivers Semiconductors sichert sich einen wichtigen Platz im amerikanischen Verteidigungsnetzwerk. Die Aktie reagiert prompt und springt heute um gut sechs Prozent auf 7,38 Euro. Die eigentliche Bewährungsprobe steht dem schwedischen Chipentwickler aber erst noch bevor.
Sprungbrett ins Pentagon
Das Satellitenunternehmen ALL.SPACE bestellt bei Sivers spezielle Halbleiter für 8,2 Millionen US-Dollar. Diese Chips steuern Antennen in komplexen Satellitennetzwerken. York Space Systems übernimmt ALL.SPACE derzeit für 355 Millionen Dollar. York ist ein Schwergewicht im US-Verteidigungssektor.
Dadurch rückt Sivers tiefer in die Lieferkette des US-Militärs. Die schwedische Technik funkt künftig für die US Army und Navy. Das Auftragsvolumen markiert den Schritt von der Entwicklung zur Massenproduktion.
Volle Pipeline, leere Kassen
Operativ hakt es noch. Im ersten Quartal brach der Umsatz um 22 Prozent auf knapp 62 Millionen Schwedische Kronen ein. Das operative Ergebnis rutschte tief ins Minus. Ein US-Haushaltsstreit Ende vergangenen Jahres verzögerte wichtige Abrufe.
Das Management gibt sich entspannt. Die Auftragspipeline wuchs seit Jahresbeginn massiv auf fast 800 Millionen Dollar. Die verschobenen Umsätze sollen in der zweiten Jahreshälfte fließen. Das Jahresziel bleibt bestehen.
KI-Fantasie als Kurstreiber
Abseits der Rüstung drängt Sivers in den Markt für Künstliche Intelligenz. Eine neue Allianz mit GlobalFoundries zielt auf Hochleistungs-Rechenzentren ab. Sivers liefert Laser-Arrays für extrem schnelle optische Datenübertragungen.
Dieser Markt könnte bis 2030 ein Volumen von 25 Milliarden Dollar erreichen. Parallel dazu entwickelt der Auftragsfertiger Jabil neue Transceiver-Module mit Sivers-Technologie. Diese Bauteile senken den enormen Stromverbrauch moderner KI-Infrastruktur.
Hauptversammlung bringt Klarheit
Am 15. Juni stimmen die Aktionäre über ein Zweitlisting an der New Yorker Nasdaq ab. Dafür will das Management bis zu 53,8 Millionen neue Aktien ausgeben. Das bedeutet eine mögliche Verwässerung von rund 15 Prozent. Das frische Kapital soll Zukäufe und das US-Listing finanzieren.
Die Vorbereitungen für die US-Börse hinterlassen bereits Spuren. Sivers musste im Rahmen der US-Buchprüfungsstandards alte Bilanzen anpassen. Umsätze wurden verschoben und Entwicklungskosten abgeschrieben.
Die extreme Volatilität von fast 250 Prozent zeigt die Nervosität der Anleger. Auf Monatssicht steht zwar ein sattes Plus von 83 Prozent auf der Kurstafel. Die Abstimmung am 15. Juni entscheidet nun final über die künftige Kapitalstruktur des Unternehmens.
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