Sivers Semiconductors Aktie: 18-Prozent-Einbruch auf 4,26 Euro
Mehrere Kapitalmaßnahmen in kurzer Zeit lassen die Aktienzahl bei Sivers Semiconductors stark steigen und den Kurs einbrechen.

Kurz zusammengefasst
- Aktienanzahl binnen Wochen stark erhöht
- Kurs stürzt um 18 Prozent ab
- Dritte Kapitalrunde bereits angelaufen
- CEO verteidigt die Maßnahmen
Bei Sivers Semiconductors dreht sich die Verwässerungsspirale immer schneller. Das Unternehmen flutet den Markt innerhalb weniger Tage mit Millionen neuen Aktien. Die Folge: Die Papiere brechen am Montag zweistellig ein.
Millionen neue Anteilscheine
Ende Juni zählte Sivers noch knapp 320 Millionen ausstehende Papiere. Dann folgten zwei massive Kapitalmaßnahmen. Zunächst brachte eine neue Aktienplatzierung dem Konzern rund 700 Millionen Schwedische Kronen (SEK) ein. Kurz darauf wandelte der Kreditgeber Bootstrap Europe ein bestehendes Darlehen direkt in Eigenkapital um.
Das Management gab für diesen Schuldenschnitt knapp 23 Millionen weitere Aktien aus. Zusammen blähten diese beiden Schritte die Aktienanzahl in nur einer Woche um elf Prozent auf. Sivers überschritt damit deutlich die Marke von 355 Millionen Anteilscheinen.
Dritte Runde drückt den Kurs
Das Management lässt den Investoren keine Atempause. Aktuell läuft bereits die dritte Kapitalbeschaffung. Über ein beschleunigtes Platzierungsverfahren will das Unternehmen weitere 600 Millionen SEK einsammeln. Altaktionäre bleiben bei dieser Runde außen vor.
Am Montag stürzte der Kurs daraufhin um 18 Prozent auf 4,26 Euro ab. Damit beschleunigt sich der jüngste Abwärtstrend erheblich. Gegenüber dem Jahreshoch aus dem Juni hat sich der Börsenwert mittlerweile mehr als halbiert.
Skepsis am Markt wächst
CEO Vickram Vathulya verteidigt die Maßnahmen. Er wertet die Überzeichnung der ersten Platzierung durch institutionelle Investoren als klaren Vertrauensbeweis. Am Markt dominieren indes die Sorgen. Leerverkäufer erheben schwere Vorwürfe gegen Sivers. Obendrein äußerten die Wirtschaftsprüfer zuletzt Zweifel an der Fortführung des Unternehmens.
Führungskräfte um den CEO unterliegen bis zum 16. Juli 2026 einer Haltefrist für ihre eigenen Aktien. Das nächste wichtige Datum folgt kurz darauf. Am 6. August veröffentlicht Sivers die Zahlen für das zweite Quartal. Das operative Geschäft muss dann belegen, ob das fundamentale Wachstum mit der extremen Aktienausweitung mithalten kann. Bis dahin bleibt das Papier hochriskant, die annualisierte Volatilität notiert bei extremen 219 Prozent.
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