Sivers Semiconductors Aktie: 27,91 Prozent Minus in sieben Tagen
Management investiert in fallende Aktie, während Quartalsbericht verschoben wird. Hohe Verluste und knappe Liquidität belasten die Aussichten.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert 70 Prozent seit Juni-Hoch
- CEO und Aufsichtsrat kaufen eigene Aktien
- Quartalszahlen auf Ende August verschoben
- Hohe Nettoverluste bei geringen Barreserven
Während die Aktie von Sivers Semiconductors weiter absackt, greifen ausgerechnet Vorstand und Aufsichtsrat des schwedischen Chipherstellers zu. Der jüngste Kursrutsch fällt damit in eine Phase, in der das Management demonstrativ eigenes Kapital investiert – zugleich hat das Unternehmen seinen Quartalsbericht verschoben.
Erneuter Ausverkauf drückt die Aktie
Der Titel notierte am Donnerstag bei 3,10 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen 27,91 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das erst am 3. Juni 2026 markiert wurde, trennen die Aktie mittlerweile 69,70 Prozent – ein Absturz, der die zuvor kräftige Rally des laufenden Jahres größtenteils wieder aufgezehrt hat. Der Relative-Stärke-Index von 33,2 signalisiert eine Aktie, die sich der überverkauften Zone nähert, was auf erschöpften Verkaufsdruck hindeuten kann, aber keine Trendwende garantiert. Auslöser der jüngsten Verluste war unter anderem ein Handelstag Mitte Juli, an dem der US-notierte Titel um mehr als 16 Prozent einbrach und von 4,13 auf 3,46 US-Dollar fiel – begleitet von deutlich erhöhtem Volumen.
Vorstand und Aufsichtsrat greifen zu
Mitten in diesen Turbulenzen kaufte Vickram Vathulya, CEO von Sivers Semiconductors, am 9. Juli 24.000 eigene Aktien zu einem Kurs von 4,11 US-Dollar, was einem Gegenwert von 98.640 US-Dollar beziehungsweise rund 950.000 schwedischen Kronen entspricht. Auch mehrere Aufsichtsratsmitglieder stockten auf: Karin Raj erwarb 13.264 Aktien zu 34,68 Kronen, Helena Svancar 11.019 Aktien zu 41,74 Kronen und Joakim Nideborn 11.425 Aktien zu 40,30 Kronen. Todd Thomson tätigte einen Kauf im Wert von 500.000 Kronen. In Summe investierte das Gremium rund 1,9 Millionen Kronen. Die Käufe erfolgten im Rahmen eines Aktienbeteiligungsprogramms, bei dem jedes Aufsichtsratsmitglied eine Million Kronen erhält, wovon die Hälfte in Aktien mit einjähriger Sperrfrist angelegt werden muss. Die Kronen-notierte Aktie in Stockholm war zuvor von 110 auf 34 Kronen gefallen, ehe sie am 10. Juli um 10 Prozent auf 46,16 Kronen zulegte – ein kurzes Aufbäumen, das den anschließenden erneuten Rückgang nicht verhindern konnte.
Bericht verschoben, Zahlen bleiben tiefrot
Parallel zu den Insider-Käufen hat Sivers Semiconductors seinen Berichtskalender angepasst. Der Quartalsbericht für das zweite Quartal, ursprünglich für den 6. August terminiert, wird nun erst am 27. August veröffentlicht. Auch die folgenden Termine verschieben sich: Der Q3-Bericht rückt vom 11. auf den 26. November, die Zahlen zum vierten Quartal sind nun für den 25. Februar 2027 angesetzt. CEO Vathulya begründete den Schritt mit dem Bedarf an zusätzlicher Zeit, um Qualität und Transparenz der Berichterstattung sicherzustellen.
Die zuletzt verfügbaren Kennziffern unterstreichen, warum Anleger die Nerven verlieren: Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate lag bei 289,56 Millionen Kronen, dem stand ein Nettoverlust von 215,37 Millionen Kronen gegenüber. Der Gewinn je Aktie fiel mit minus 0,76 Kronen deutlich negativ aus, während die liquiden Mittel mit lediglich 26,6 Millionen Kronen vergleichsweise knapp bemessen sind. Diese Kombination aus hohen Verlusten und begrenzter Kassenreserve dürfte den Kapitalbedarf des Unternehmens in den kommenden Quartalen zu einem zentralen Thema machen.
Zwischen Vertrauensbeweis und Vorsicht
Die Käufe von CEO und Aufsichtsrat lassen sich als Vertrauenssignal lesen, zumal sie in unmittelbarer Nähe zum Kurstief erfolgten. Gleichzeitig ändert das Volumen der Transaktionen – zusammen rund drei Millionen Kronen – wenig an der grundsätzlichen Lage: Eine Aktie, die binnen weniger Wochen einen Großteil ihres Wertes eingebüßt hat, eine dünne Kassenlage und ein auf Ende August verschobener Rechenschaftsbericht sprechen für erhöhte Unsicherheit. Ob die Insider-Käufe tatsächlich einen Boden markieren, dürfte sich frühestens mit den verschobenen Quartalszahlen zeigen.
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