Sivers Semiconductors Aktie: Bericht am 27. August

Sivers Semiconductors verschiebt Quartalsbericht wegen US-Börsenvorbereitung. Aktie erholt sich leicht von massiven Kursverlusten nach Ende einer Haltefrist.

Dr. Robert Sasse ·
Sivers Semiconductors Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Quartalsbericht auf August verschoben
  • Buchhaltung wird auf US-Standard umgestellt
  • Insider verkauft nach Ablauf der Haltefrist
  • CEO kauft während der Schwächephase Aktien

Sivers Semiconductors verschiebt seinen Quartalsbericht. Der Grund klingt bürokratisch, ist aber strategisch: Der schwedische Technologiekonzern rüstet seine Buchhaltung auf US-Standard um. Ziel ist eine Doppelnotierung an der Nasdaq in New York.

Parallel dazu hat die Aktie eine brutale Verkaufswelle hinter sich. Am Donnerstag stieg der Kurs um 3,58 Prozent auf 3,36 Euro. Das ist eine erste Erholung – nach einem Absturz von 58,77 Prozent innerhalb von 30 Tagen.

Warum der Bericht später kommt

Sivers verschiebt die Veröffentlichung des Zwischenberichts für das zweite Quartal 2026 auf den 27. August 2026. Das Management nennt den Schritt einen „Audit Uplift“.

Dahinter steckt mehr als eine reine Terminverschiebung. Der Konzern überarbeitet gerade seine konsolidierten Jahresabschlüsse für 2024 und 2025. Grund ist die Anpassung an die Vorgaben des Public Company Accounting Oversight Board, kurz PCAOB. Ohne diese Prüfstandards öffnet sich in den USA keine Tür an die große Börse.

CEO Vickram Vathulya begründet den zusätzlichen Zeitaufwand mit den Ansprüchen internationaler institutioneller Investoren. Die verschärfte Prüfung soll künftig Vertrauen bei einem Publikum schaffen, das in Europa bislang kaum präsent war.

Lock-up-Ende löst Verkaufsdruck aus

Der eigentliche Kurssturz der vergangenen Wochen hat einen konkreten Auslöser: Am 16. Juli 2026 lief eine Haltefrist für Altaktionäre aus. Prompt nutzten mehrere Insider die neue Verkaufsfreiheit.

Board-Mitglied Todd Thomson trennte sich über seine Gesellschaft Headwaters Capital LLC bis zum 22. Juli von 950.000 Aktien. Das drückte den Kurs zusätzlich nach unten – in einem Umfeld, das ohnehin schon nervös war.

CEO Vathulya schlug die entgegengesetzte Richtung ein. Er kaufte in der Schwächephase 70.000 zusätzliche Aktien. Ein Insider verkauft im großen Stil, der andere kauft nach – ein Signal, das Anleger unterschiedlich deuten dürften.

Der RSI auf 14-Tage-Basis liegt aktuell bei 39,1. Die Aktie hat damit den tief überverkauften Bereich verlassen. Das deutet darauf hin, dass die erste Panik nach dem Lock-up-Ende allmählich abklingt.

Kapital für die Photonik-Sparte

Neben der US-Listing-Vorbereitung treibt Sivers sein industrielles Geschäft voran. Der Konzern hat kürzlich über eine gezielte Aktienplatzierung rund 600 Millionen schwedische Kronen eingesammelt.

Das frische Kapital fließt in den Ausbau der Fertigungskapazität für Indiumphosphid-Laser und optische Verstärker. Diese Komponenten sind zentral für die wachsende Auftragspipeline des Unternehmens, die bis Mai 2026 auf 799 Millionen Dollar angestiegen ist. Die Nachfrage treiben vor allem drei Bereiche: der Ausbau von KI-Rechenzentren, Automotive-LiDAR und SATCOM-Anwendungen.

Blick auf die kommenden Monate

Nach dem Q2-Bericht am 27. August folgen zwei weitere Termine: der Q3-Bericht am 26. November 2026 und der Q4-Bericht am 25. Februar 2027. Bis dahin bleibt die Aktie weit von ihren früheren Höchstständen entfernt – aktuell liegt sie 67,16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro.

Die Umstellung auf PCAOB-Standards bleibt der entscheidende Faktor für die mittelfristige Bewertung. Gelingt der Übergang, öffnet sich für Sivers der Zugang zur tieferen Liquidität der US-Kapitalmärkte.

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Sivers Semiconductors Aktie

36,28 SEK

– 1,48 SEK -3,92 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 12,11 Mrd. SEK
ISIN: SE0003917798 WKN: A1W9Z9

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