Sivers Semiconductors Aktie: CEO kauft, Aufsichtsrat verkauft
Nach Ablauf der Sperrfrist verkaufen Insider Aktien von Sivers Semiconductors, während der CEO zukauft. Die Aktie verliert deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert 13,4 Prozent
- CEO Vathulya kauft 70.000 Aktien
- Aufsichtsratschef Bastani verkauft Anteile
- Board-Mitglied Thomson reduziert Positionen
Sivers Semiconductors verliert am Mittwoch 13,4 Prozent und schließt bei 3,24 Euro. Auslöser ist eine ausgelaufene Lock-up-Frist für Führungskräfte, die an die jüngste Kapitalerhöhung des schwedischen Halbleiterherstellers gekoppelt war. Die Reaktionen der Insider fallen dabei alles andere als einheitlich aus.
Führung und Aufsichtsrat gehen getrennte Wege
Am 21. Juli meldete Sivers das Ende der Sperrfrist, die der Vorstand im Zuge einer gerichteten Aktienemission am 16. April beschlossen hatte. Die anschließenden Insider-Meldungen zeigen ein gespaltenes Bild.
CEO Vickram Vathulya kaufte 70.000 zusätzliche Aktien hinzu. Sein Bestand wächst damit auf 4.540.076 Aktien, dazu kommen 3,7 Millionen Mitarbeiteroptionen. Der CEO setzt also trotz der Kursturbulenzen auf weiteres Engagement.
Aufsichtsratschef Bami Bastani schlägt die entgegengesetzte Richtung ein. Er spendete 60.000 Aktien an gemeinnützige Organisationen, schenkte 70.000 Aktien an Familienmitglieder und verkaufte am 16. Juli weitere 275.000 Aktien. Sein verbleibender Bestand liegt bei 381.360 Aktien, davon unterliegen 11.360 Aktien einer neuen einjährigen Sperrfrist.
Verwickelter ist der Fall von Board-Mitglied Todd Thomson. Er hält Sivers-Aktien über sein privates Investmentvehikel Headwaters Capital LLC und vertritt zugleich die Beteiligung von Kairos Ventures, die ihre eigenen Verkäufe separat meldete. Kairos war 2022 über den Verkauf der Portfoliogesellschaft Mixcomm eingestiegen; das Investmentkomitee entschied nun, einen Teil der Anteile an Investoren auszuschütten, die sie behalten wollen, während der Rest liquidiert wird. Headwaters Capital verkaufte bis zum 22. Juli 950.000 Aktien und spendete weitere 50.000 an wohltätige Zwecke. Thomson bleibt dennoch mit 477.027 Aktien der größte Anteilseigner unter den Board-Mitgliedern.
Das Unternehmen betont trotz der Verkäufe, dass Personen mit Führungsverantwortung weiterhin bedeutende private Aktienpakete halten und sich der langfristigen Strategie verpflichtet fühlen.
Kapitalerhöhung als Ausgangspunkt
Die Sperrfrist geht auf die Kapitalmaßnahme vom April zurück. Der Vorstand hatte eine gerichtete Emission von 12.280.701 Stammaktien beschlossen, umgerechnet rund 700 Millionen schwedische Kronen. Der Zeichnungspreis lag bei 57 Kronen je Aktie im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens. Die Emission war mehrfach überzeichnet, schwedische wie internationale institutionelle Investoren beteiligten sich, darunter neue und bestehende Aktionäre.
Closed Period vor den Halbjahreszahlen
Die Handelsbeschränkungen für Insider verschärfen sich in den kommenden Tagen weiter. Sivers veröffentlicht seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 am 27. August vor Börsenöffnung in Stockholm. Ab dem 28. Juli gilt bis zur Veröffentlichung eine Closed Period nach Artikel 19 Absatz 11 der EU-Marktmissbrauchsverordnung.
Der Kursverlauf spiegelt die Nervosität der vergangenen Wochen. Der Schlusskurs von 3,24 Euro liegt 68,29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro vom 3. Juni – gleichzeitig aber mehr als das Elffache über dem Jahrestief von 0,265 Euro vom 3. März. Diese Spanne zeigt, wie extrem die Handelsspanne der Aktie in den vergangenen Monaten ausgefallen ist.
Mit der Closed Period ab dem 28. Juli verstummen die Insider-Meldungen vorerst. Bis zur Veröffentlichung der Quartalszahlen am 27. August bleibt der Markt auf sich gestellt, um die widersprüchlichen Signale aus Vorstand und Aufsichtsrat einzuordnen.
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