Sivers Semiconductors Aktie: CEO kauft, Board-Mitglieder verkaufen
Nach Ablauf der Lock-up-Frist veräußern mehrere Sivers-Insider Anteile, während der Vorstandschef zukauft. Der Kurs legt dennoch deutlich zu.

Kurz zusammengefasst
- Insider verkaufen nach Sperrfristende
- CEO Vathulya erhöht seinen Anteil
- Aktie steigt trotz Abgaben
- Kapitalerhöhung bringt 700 Mio. Kronen
Sivers Semiconductors sorgt für Bewegung: Nach dem Auslaufen einer Lock-up-Frist haben mehrere Führungskräfte und Board-Mitglieder Ende Juli Aktien verkauft, während der Vorstandschef gleichzeitig zukauft. Die Aktie notiert an diesem Mittwoch bei 3,94 Euro und legt damit um 4,89 Prozent zu.
Gegenläufige Signale aus dem Führungskreis
Die Sperrfrist aus der gerichteten Aktienemission vom April war am 16. Juli ausgelaufen. Board-Mitglieder und Management hatten sich bis zu diesem Datum verpflichtet, keine Anteile zu verkaufen.
Kaum war die Frist vorbei, kam Bewegung ins Depot mehrerer Insider: Verwaltungsratsvorsitzender Bami Bastani veräußerte am 16. Juli 275.000 Aktien und übertrug weitere 130.000 Anteile per Schenkung an Familie und gemeinnützige Organisationen. Auch Todd Thomson, der über Headwaters Capital LLC im Board vertreten ist, verkaufte bis zum 22. Juli 950.000 Aktien und stiftete zusätzlich 50.000 Anteile.
Gegen diesen Trend stellte sich CEO Vickram Vathulya: Er kaufte am 21. Juli 70.000 weitere Aktien zu und hält damit nun 4.540.076 Sivers-Anteile. Die gegenläufigen Bewegungen zeichnen ein gemischtes Bild – während einige Insider nach Ende der Sperrfrist Kasse machen, setzt die Unternehmensführung selbst auf weiteres Engagement.
Die jüngste Kursdynamik unterstreicht die Nervosität um den Titel: Binnen sieben Tagen legte die Aktie um 27,23 Prozent zu, liegt aber weiterhin 61,45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro. Die hohe Schwankungsbreite dürfte auch mit der frischen Kapitalstruktur zusammenhängen, die das Unternehmen erst wenige Wochen zuvor geschaffen hatte.
Kapitalerhöhung als Fundament
Der Verwaltungsrat hatte am 1. Juli eine gerichtete Aktienemission über 12.280.701 neue Stammaktien zum Preis von 57 schwedischen Kronen je Aktie beschlossen. Damit flossen dem Unternehmen vor Transaktionskosten insgesamt 700 Millionen Kronen zu – ein deutlicher Kapitalpuffer für ein Unternehmen, das zuletzt operative Verluste auswies.
Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz um 22 Prozent auf 61,9 Millionen Kronen, währungsbereinigt betrug der Rückgang 11 Prozent. Der Verlust nach Steuern verringerte sich immerhin von minus 49,9 auf minus 42,7 Millionen Kronen.
Positiver fiel die Entwicklung der Auftragspipeline aus: Diese wuchs laut Unternehmensangaben seit Jahresbeginn um 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar, getrieben von der Nachfrage nach drahtlosen Beamformern und Indiumphosphid-Lasern.
Blick auf die Regulatorik und den nächsten Termin
Am 9. Juli kündigte Sivers Semiconductors zudem Anpassungen an seinem Finanzberichtskalender an. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der Stärkung interner Berichtsprozesse im Hinblick auf künftige regulatorische Anforderungen und die PCAOB-Prüfvorgaben in den USA – ein Element der angestrebten Doppelnotierung.
Der nächste konkrete Termin für Anleger folgt am 27. August: Dann veröffentlicht Sivers Semiconductors seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026, noch vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm. Bis dahin dürfte der Markt die widersprüchlichen Insider-Signale und die Wirkung der frischen Kapitalspritze weiter einpreisen.
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