Sivers Semiconductors Aktie: GlobalFoundries-Deal vom 2. Juni
Sivers Semiconductor erlebt nach GlobalFoundries-Deal und Leerverkäufer-Angriff extreme Kursschwankungen. Die Aktie notiert bei 7,99 Euro.

Kurz zusammengefasst
- Kooperation mit GlobalFoundries verkündet
- Leerverkäufer erheben schwere Vorwürfe
- Aktie erreicht 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro
- Hohe Volatilität von 242 Prozent
Innerhalb weniger Tage hat Sivers Semiconductors eine strategische Partnerschaft mit einem der wichtigsten Halbleiterfertiger der Welt verkündet — und gleichzeitig eine Angriffswelle von Leerverkäufern abbekommen. Das Ergebnis: extreme Kursschwankungen und eine Aktie, die niemanden kalt lässt.
Kooperation mit GlobalFoundries trifft einen Nerv
Am 2. Juni 2026 gab Sivers eine Zusammenarbeit mit GlobalFoundries bekannt. Gemeinsam wollen beide Unternehmen fortschrittliche Silizium-Photonik-Lösungen für den KI-Rechenzentrumsmarkt entwickeln. Konkret geht es darum, Sivers‘ Hochleistungs-Laser-Arrays in Referenzdesigns auf Basis der GlobalFoundries-Plattform SCALE zu integrieren — einer Technologie für sogenannte Co-Packaged Optics.
Der Hintergrund: Mit wachsender Komplexität von KI-Modellen wird die optische Datenübertragung innerhalb von GPU-Clustern zum Flaschenhals. Sivers positioniert sich als Schlüssellieferant für genau diesen Engpass — mit Lasern, die Übertragungsgeschwindigkeiten erhöhen und gleichzeitig den Stromverbrauch senken sollen. Das Unternehmen beziffert seine Auftragspipeline auf knapp 800 Millionen Dollar.
Leerverkäufer und Anwaltskanzlei setzen nach
Einen Tag vor der Partnerschaftsmeldung, am 1. Juni, veröffentlichte das Research-Haus Ningi einen kritischen Bericht. Die Vorwürfe: fragwürdige Umsatzbuchungen und substanzlose Kundenverträge. Ningi zweifelt insbesondere daran, ob die kommunizierte Pipeline tatsächlich belastbar ist.
Die Rosen Law Firm kündigte daraufhin am 2. Juni eine Untersuchung möglicher Wertpapierrechtsverletzungen im Namen von Aktionären an. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Sivers der Öffentlichkeit irreführende Geschäftsinformationen übermittelt hat. Das Zusammentreffen von Partnerschaftseuphorie und juristischer Prüfung erklärt die heftigen Kursbewegungen der vergangenen Tage.
Volatilität auf historischem Niveau
Am 3. Juni erreichte die Aktie ein 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro — getrieben von der anfänglichen Begeisterung über den GlobalFoundries-Deal. Seitdem hat der Kurs rund 22 Prozent korrigiert und notiert aktuell bei 7,99 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von fast 72 Prozent.
Wie angespannt die Lage ist, zeigt eine Maßnahme der Nordea Bank vom 3. Juni: Das Institut erhöhte die Basiszinsmarge für alle Bear-Zertifikate und Mini-Future-Shorts auf Sivers — bei einzelnen Produkten auf bis zu 228,5 Prozent. Als Begründung nannte die Bank schlechte Liquidität im Leihmarkt und gestiegene Kosten für das Underlying. Das macht Wetten gegen die Aktie erheblich teurer und verdeutlicht, wie riskant Finanzinstitute das Papier einschätzen.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 242 Prozent — ein Wert, der Sivers zu einem der spekulativsten Titel im europäischen Halbleitersektor macht. Der RSI von 63,2 signalisiert noch keinen überkauften Zustand, bewegt sich aber in diese Richtung.
Die Hauptversammlung am 15. Juni 2026 dürfte erste offizielle Antworten auf die Vorwürfe liefern — und möglicherweise auch Neuigkeiten zu einem geplanten US-Dual-Listing.
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