Sivers Semiconductors Aktie: GlobalFoundries-Kooperation belastet
Nach einer rasanten Rallye verliert die Sivers-Aktie deutlich an Wert. Kurstreiber war eine KI-Partnerschaft, doch schwache Quartalszahlen und hohe Short-Quoten belasten nun den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von rund acht Prozent
- Neue Short-Position von Voleon Capital
- Kooperation mit GlobalFoundries als Kurstreiber
- Umsatzrückgang im ersten Quartal 2026
Vom Tiefpunkt bei 0,27 Euro auf über zehn Euro — und jetzt wieder deutlich tiefer. Sivers Semiconductors erlebt gerade eine turbulente Woche. Die Aktie verliert am Mittwoch rund acht Prozent auf 6,71 Euro, nachdem sie allein in sieben Tagen fast ein Fünftel ihres Werts eingebüßt hat.
Short-Seller erhöhen den Druck
Schwedens Finanzaufsicht Finansinspektionen führt ein öffentliches Register für Leerverkaufspositionen. Dort taucht nun ein frischer Eintrag auf: Voleon Capital Management LP hält per 9. Juni 2026 eine Netto-Leerverkaufsposition von 1,78 Prozent — leicht reduziert gegenüber dem Vorstand von 1,87 Prozent.
Die Gesamtbelastung bleibt erheblich. Das Register zeigt insgesamt 6,45 Prozent offene Short-Positionen. Two Sigma Investments LP hält 2,20 Prozent, Qube Research & Technologies Limited 0,56 Prozent — beide mit Positionsdatum 3. Juni 2026.
GlobalFoundries-Kooperation trifft auf schwache Zahlen
Den Kursanstieg der vergangenen Wochen hatte eine Kooperation mit GlobalFoundries befeuert. Sivers gab am 2. Juni bekannt, gemeinsam mit dem US-Chipkonzern Laser-Arrays für KI-Infrastruktur zu entwickeln. Die Technologie soll in Referenzdesigns auf der Silicon-Photonics-Plattform von GlobalFoundries einfließen — für Anwendungen wie Co-Packaged Optics und Linear Pluggable Optics in Rechenzentren.
Das KI-Narrativ hat den Kurs zwar nach oben getrieben, aber nicht stabilisiert. Vom 52-Wochen-Hoch bei 10,23 Euro, erreicht am 3. Juni, ist die Aktie inzwischen 34 Prozent entfernt.
Die Quartalszahlen vom 29. Mai liefern den Gegenpart zur Partnerschafts-Euphorie. Im ersten Quartal 2026 erzielte Sivers einen Umsatz von 61,9 Millionen Schwedischen Kronen — 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBITDA lag bei minus 13,8 Millionen Kronen, der operative Cashflow bei minus 49,2 Millionen Kronen.
Als Ursachen nannte das Management Verzögerungen im US-Verteidigungshaushalt, Timing-Verschiebungen bei Aufträgen und Währungsgegenwind. Erwartete Erlöse aus dem ersten und zweiten Quartal sollen in die zweite Jahreshälfte 2026 verschoben worden sein. Hinzu kamen höhere Kosten durch Personalaufbau im Vertrieb und Vorbereitungen für ein mögliches US-Listing.
Volatilität als Dauerzustand
Kein Wunder, dass die Aktie so heftig auf jeden neuen Datenpunkt reagiert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei über 250 Prozent — ein Wert, der selbst für Small-Cap-Halbleiteraktien außergewöhnlich ist.
Der aktuelle Rücksetzer trifft eine Aktie, die trotz allem noch 56 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 4,28 Euro notiert. Das zeigt, wie weit die Bewertung in kurzer Zeit gelaufen ist. Ob die zweite Jahreshälfte die verschobenen Umsätze tatsächlich liefert, entscheidet sich spätestens mit dem Halbjahresbericht — und dürfte die nächste große Richtungsentscheidung für den Kurs bringen.
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