Sivers Semiconductors Aktie: Redeye hebt Kursziel auf 68 Kronen
Sivers Semiconductors erhält frische Millionen durch Kapitalerhöhung, während der Aktienkurs massiv fällt. Analysten bleiben dennoch zuversichtlich.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert fast die Hälfte im Monat
- Redeye erhöht Kursziel nach Kapitalspritze
- CEO plant Investitionen in Photonik-Fertigung
- Auftragsbestand wächst um 77 Prozent
Sivers Semiconductors steckt in einem seltenen Widerspruch. Die Aktie stürzt ab, während Analysten ihr Kursziel anheben. Der schwedische Photonik- und Funkchip-Hersteller schloss am Donnerstag bei 4,39 Euro — nach einem Verlust von rund einem Viertel des Wertes innerhalb von sieben Handelstagen.
Auf Monatssicht steht sogar ein Minus von fast 48 Prozent zu Buche. Der Kurs liegt damit deutlich unter dem 50-Tage-Schnitt von 6,11 Euro und auch unter dem 100-Tage-Schnitt von 3,49 Euro. Vom Jahreshoch bei 10,23 Euro, erreicht Anfang Juni, trennen die Aktie mittlerweile über 57 Prozent.
Redeye erhöht Kursziel trotz Ausverkauf
Die Analysten von Redeye reagierten auf die jüngste Kapitalerhöhung mit einer Anhebung ihres Kursziels auf 68 schwedische Kronen. Grund ist eine gestärkte Bilanz nach der gezielten Aktienplatzierung über 700 Millionen schwedische Kronen. Die Verwässerung durch die neue Runde bezifferte Redeye auf rund drei Prozent der ausstehenden Aktien — deutlich moderater als bei der Kapitalrunde im April.
Die Nachfrage bei der Platzierung war stark. Institutionelle Investoren aus Schweden und dem Ausland zeichneten die Aktien zum Preis von 57 Kronen je Stück im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren, das Angebot war mehrfach überzeichnet. Sowohl neue als auch bestehende Aktionäre beteiligten sich an der Runde.
CEO verweist auf Kapazitätsausbau und mögliche Zukäufe
Sivers-CEO Vickram Vathulya ordnet die Kapitalerhöhung strategisch ein — sie soll mehr leisten als nur die Bilanz zu stärken. Das Kapital soll proaktive Investitionen in die InP-Fertigungskapazität der Photonik-Sparte ermöglichen, notwendig wegen langer Lieferzeiten bei Fertigungsanlagen. Parallel dazu will Sivers die Präsenz im Feld ausbauen, um die wachsende Kundenbasis zu betreuen.
Vathulya nennt zudem kürzere Entwicklungszyklen als Ziel, um die Chancen-Pipeline schneller in Umsatz umzuwandeln. Mögliche Zukäufe mit Synergiepotenzial schließt der CEO nicht aus.
Aktienzahl steigt, Lock-up bleibt bestehen
Eine Pflichtmitteilung bestätigt die mechanischen Folgen der jüngsten Kapitalrunden. Zum 30. Juni 2026 umfasste das Aktienkapital von Sivers insgesamt 319.953.572 Stammaktien — bei ebenso vielen Stimmrechten.
Die neuen Aktien unterliegen bestehenden Sperrfristen. Board-Mitglieder Bami Bastani, Karin Raj und Todd Thomson sowie CEO Vathulya und CFO Heine Thorsgaard hatten sich im Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung vom 16. April 2026 verpflichtet, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen. Für die neue Platzierung wurden keine zusätzlichen Lock-up-Vereinbarungen geschlossen — die bestehenden gelten weiter.
Wachsende Pipeline als Gegenerzählung
Während der Aktienkurs einbricht, wächst das kommerzielle Auftragspolster weiter. Der Orderbestand legte in den ersten fünf Monaten 2026 um 77 Prozent zu und erreichte bis Ende Mai fast 799 Millionen Dollar.
Diese Kluft zwischen kurzfristiger Umsatzschwäche und wachsendem langfristigem Potenzial hält einige unabhängige Analysten bei ihrer positiven Einschätzung. Institutionelle Investoren, die zum Rabattpreis eingestiegen sind, spüren davon bislang allerdings wenig — der breite Ausverkauf hat sie bisher kaum verschont.
Der RSI von 34,9 signalisiert eine überverkaufte Aktie, die annualisierte Volatilität von knapp 225 Prozent zeigt gleichzeitig das Ausmaß der Kursschwankungen der vergangenen Wochen. Der nächste Quartalsbericht im August wird zeigen, ob sich das frische Kapital in schnellere Umsätze aus der Pipeline übersetzen lässt. Bis dahin bleibt die Lücke zwischen Redeyes optimistischem Kursziel und der aktuellen Marktbewertung eine der größten unter nordischen Halbleiter-Nebenwerten.
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