Sivers Semiconductors Aktie: Verwässerung drückt Kurs
Sivers Semiconductors meldete höhere Aktienzahl und wachsende Verluste. Kooperationen sowie die Auftragspipeline sollen den Umbau stützen.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert am Dienstag 11 Prozent
- 356,7 Millionen Stammaktien ausstehend
- Bereinigtes EBITDA sinkt auf minus 35,5 Millionen
- Auftragspipeline wächst auf 1,2 Milliarden US-Dollar
Sivers Semiconductors kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Kursrutsch im Zuge des Zwischenberichts vergangenen Sonntag hat sich der Abwärtstrend beschleunigt: Am Dienstag verlor die Aktie 11 Prozent und schloss bei 2,16 Euro. Ein neuer Belastungsfaktor tritt nun in den Vordergrund: die deutlich gestiegene Aktienzahl.
Aktienzahl wächst spürbar
Wie das Unternehmen mitteilte, lag die Gesamtzahl der ausstehenden Stammaktien zum 31. August bei 356.740.332 Stück. Der Anstieg geht auf jüngste Kapitalerhöhungen und ausgeübte Optionsscheine zurück – darunter eine gerichtete Aktienemission über rund 825 Millionen schwedische Kronen sowie die vollständige Ausübung von Warrants durch Bootstrap Europe IV SCSp, die dabei 1.659.015 neue Stammaktien zeichnete. Für bestehende Aktionäre bedeutet das eine spürbare Verwässerung, die den Kurs zusätzlich unter Druck setzt.
Die frische Kapitalzufuhr war Teil der Finanzierung des Zwischenberichts zum zweiten Quartal 2026, den das Unternehmen am vergangenen Sonntag vorlegte.
Der Nettoumsatz sank dabei um 12 Prozent im Jahresvergleich auf 53,8 Millionen schwedische Kronen, während das bereinigte EBITDA von minus 20,9 auf minus 35,5 Millionen schwedische Kronen fiel – belastet auch durch einen nicht zahlungswirksamen Sozialabgabenposten von 42,9 Millionen Kronen infolge der zuvor gestiegenen Aktienkurse.
Strategischer Umbau als Gegengewicht
Parallel zur Kapitalerhöhung treibt Sivers Semiconductors einen strategischen Umbau voran. Das Unternehmen verlagert Ressourcen von Entwicklungsprojekten hin zur Vorbereitung der Produktserienfertigung – ein Schritt, der laut Unternehmensangaben das produktgetriebene Geschäftsmodell für ein „transformationales Jahr 2027“ stärken soll.
Untermauert wird diese Ausrichtung durch mehrere Kooperationen: eine Zusammenarbeit mit Jabil an einem energieeffizienten 1,6T-Pluggable-Transceiver-Modul, eine strategische Partnerschaft mit GlobalFoundries für Silizium-Photonik-Lösungen sowie einen Produktionsauftrag von ALL.SPACE über 8,2 Millionen US-Dollar für Ka-Band-Beamforming-Chips.
Zudem prüft das Unternehmen eine Zweitnotierung an der Nasdaq in New York – ein Vorhaben, das die internationale Sichtbarkeit erhöhen, aber auch weiteres Kapital binden könnte.
Anleger bleiben skeptisch
Trotz dieser Fortschritte reagiert der Markt bislang mit Skepsis. Die Aktie notiert inzwischen 42 Prozent unter ihrem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 3,70 Euro – ein Zeichen dafür, wie stark sich die Stimmung eingetrübt hat.
Anleger scheinen die kurzfristige Verwässerung und die wachsenden Verluste stärker zu gewichten als die langfristigen Wachstumschancen, die sich aus der auf 1,2 Milliarden US-Dollar gestiegenen Auftragspipeline und dem neu identifizierten Marktpotenzial von 4 Milliarden US-Dollar für optische Verstärker in KI-Rechenzentren ergeben.
Ob sich diese Skepsis auflöst, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell sich die angekündigten Kooperationen in tatsächliche Umsätze übersetzen. Bis dahin bleibt die Verwässerung durch die jüngsten Kapitalmaßnahmen ein Thema, das Investoren im Blick behalten dürften.
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