Sivers Semiconductors Aktie: Verwässerung von 15 Prozent droht

Sivers Semiconductors plant Aktienemission von 15 Prozent für Nasdaq-Listing und Wachstum, bei rückläufigen Umsätzen.

Felix Baarz ·
Sivers Semiconductors Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bis zu 53,8 Millionen neue Aktien geplant
  • Umsatzrückgang um 22 Prozent im ersten Quartal
  • Vorbereitungen für Zweitlisting an der Nasdaq
  • Profitabilität erst für 2028 erwartet

Zwei Wochen vor der Hauptversammlung steht Sivers Semiconductors vor einer wegweisenden Entscheidung: Der schwedische Halbleiterspezialist für Photonik und Wireless-Chips will bis zu 53,8 Millionen neue Aktien ausgeben — eine potenzielle Verwässerung von rund 15 Prozent. Gleichzeitig meldete das Unternehmen für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von 22 Prozent.

Kapitalerhöhung und Nasdaq-Ambitionen

Der heikelste Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung am 15. Juni ist die Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe neuer Aktien. Die Erlöse sollen organisches Wachstum, mögliche Akquisitionen und ein Zweitlisting an der Nasdaq in New York finanzieren. Sivers hat die Jahresabschlüsse 2024 und 2025 bereits auf PCAOB-Prüfstandards umgestellt — die Vorarbeit für eine US-Notierung ist damit weitgehend abgeschlossen. Zeitpunkt und Struktur hängen jedoch von den Marktbedingungen ab.

Obendrein schlägt der Vorstand vor, sämtliche Gewinne aus dem Geschäftsjahr 2025 vorzutragen — sprich: keine Dividende. Ein langfristiger Incentiveplan sieht außerdem bis zu 7 Millionen neue Aktienoptionen vor.

Boardwechsel und schwache Q1-Zahlen

Das Unternehmen steht vor einem umfassenden Führungswechsel. Vizevorsitzender Tomas Duffy, Gründungsinvestor Erik Fallström und Keith Halsey treten ab — damit verlässt der skandinavische Gründungskern das Gremium. Als neuer Vizevorsitzender ist Joakim Nideborn vorgeschlagen, ein ehemaliger CFO börsennotierter Technologieunternehmen. Helena Svancar, mit über zwei Jahrzehnten internationaler Führungserfahrung, soll ebenfalls neu in den Vorstand einziehen.

Der operative Hintergrund ist belastet. Der Umsatz fiel im ersten Quartal auf 61,9 Millionen Schwedische Kronen, nach 78,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA verschlechterte sich auf minus 13,8 Millionen Kronen, der operative Verlust auf minus 41,5 Millionen Kronen. CEO Vickram Vathulya begründet den Rückgang mit verzögerten Entscheidungen zum US-Verteidigungshaushalt, die Umsätze in die zweite Jahreshälfte verschieben. Der operative Cashflow rutschte auf minus 49,2 Millionen Kronen.

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Pipeline wächst, Profitabilität erst 2028

Trotz der schwachen Quartalszahlen meldete Sivers ein Pipeline-Wachstum von 77 Prozent auf 799 Millionen US-Dollar seit Jahresbeginn. Das Northeast Microelectronics Coalition Hub verlängerte das EW-STAR-Projekt um ein weiteres Jahr und erschloss damit 6,6 Millionen Dollar aus dem US Chips Act. Partner des Programms zur Entwicklung von Breitband-Antennenarrays für elektronische Kriegsführung sind unter anderem BAE Systems, das MIT Lincoln Laboratory und die Columbia University.

Für das vierte Quartal 2026 ist der Start der Automotive-LiDAR-Produktion mit einem großen Automobilhersteller geplant. Nach dem Quartalsende kündigte Sivers eine Kooperation mit Jabil zur Entwicklung eines 1,6-Terabit-Optiktransceivers für KI-Rechenzentren an. Profitabilität erwartet der Vorstand frühestens 2028 — bei einem langfristigen Wachstumsziel von 25 bis 30 Prozent jährlich.

Der nächste Zwischenbericht folgt am 6. August. Bis dahin liefert die Hauptversammlung am 15. Juni das erste klare Signal, wie viel strategischen Spielraum die Aktionäre dem Management tatsächlich einräumen wollen.

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Sivers Semiconductors Aktie

68,95 SEK

– 1,25 SEK -1,78 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 21,77 Mrd. SEK
ISIN: SE0003917798 WKN: A1W9Z9

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