Sivers Semiconductors Aktie: Voleon unter 0,5 Prozent
Voleon Capital Management reduziert Short-Position unter die Offenlegungsschwelle. Trotz fehlender namentlicher Shortseller bleiben 2,7 Prozent der Aktien leerverkauft.

Kurz zusammengefasst
- Letzter bekannter Shortseller unter Meldeschwelle
- 2,7 Prozent Short-Interesse bleiben bestehen
- Aktie verliert 60,86 Prozent in 30 Tagen
- Jahresplus von 691,5 Prozent stark geschrumpft
Bei Sivers Semiconductors gibt es derzeit keinen einzigen öffentlich meldepflichtigen Leerverkäufer mehr. Voleon Capital Management, zuletzt der einzige bekannte Shortseller in der Aktie, hat seine Position von 0,59 Prozent auf unter 0,5 Prozent des Kapitals zurückgefahren. Damit fällt die US-Investmentgesellschaft unter die Schwelle, ab der Schwedens Finanzaufsicht eine öffentliche Offenlegung verlangt.
Keine offenen Leerverkäufer, aber weiter Short-Interesse
Die schwedische Finansinspektionen schreibt vor, Shortpositionen ab 0,1 Prozent des Kapitals der Aufsicht zu melden, ab 0,5 Prozent müssen sie öffentlich einsehbar sein. Da Voleon diese zweite Schwelle nun unterschreitet, taucht kein Name mehr in der öffentlichen Liste auf. Insgesamt bleiben laut den gemeldeten Daten aber 2,7 Prozent der Sivers-Aktien leerverkauft – die Positionen liegen lediglich unterhalb der Veröffentlichungspflicht und sind damit nicht mehr namentlich zurechenbar. Von einem Ende der Wetten gegen die Aktie kann also nicht die Rede sein, auch wenn kein einzelner Akteur mehr sichtbar ist.
Vom Überflieger zum Absturzkandidaten
Der Rückzug der Shortseller kontrastiert mit einer bemerkenswerten Kursgeschichte. In einer Übersicht der stärksten schwedischen Small-Cap-Gewinner des laufenden Jahres führt Sivers Semiconductors das Feld mit einem Plus von 691,5 Prozent seit Jahresbeginn an – deutlich vor Titeln wie Medivir (+317,6 Prozent), AlzeCure Pharma (+213 Prozent) oder Flexqube (+195,2 Prozent). Der breite schwedische Small-Cap-Index PLUS Småbolag Sverige verlor im selben Zeitraum dagegen 1,1 Prozent.
Diese Rally ist inzwischen jedoch massiv ins Wanken geraten. Wer den Höchststand verpasst hat, sitzt aktuell auf empfindlichen Verlusten: Allein in den vergangenen 30 Tagen hat die Aktie 60,86 Prozent an Wert eingebüßt. Am Freitag setzte sich der Abwärtstrend fort, der Kurs fiel um 6,07 Prozent auf 2,82 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, erreicht Anfang Juni 2026, trennen die Aktie mittlerweile 72,45 Prozent – ein Rückgang, der die zuvor erzielten Kursgewinne zu einem erheblichen Teil wieder aufgezehrt hat.
Hohe Schwankungsbreite bleibt bestimmend
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von Sivers Semiconductors liegt bei 161,92 Prozent und unterstreicht, wie extrem die Kursausschläge in beide Richtungen ausgefallen sind. Der Titel bewegte sich binnen eines Jahres zwischen einem Tief von 0,265 Euro Anfang März und dem Hoch von über zehn Euro Anfang Juni – eine Spanne, die die aktuelle Marktkapitalisierung von rund 1,09 Milliarden Euro erst im Rückblick einordnen lässt.
Dass sich Voleon aus der öffentlichen Short-Liste zurückgezogen hat, könnte für Anleger ein Signal sein, dass zumindest der bislang sichtbarste Pessimist seine Wette verkleinert hat. Für eine Entwarnung reicht das angesichts des anhaltenden Kursrutsches und der weiterhin bestehenden 2,7 Prozent Short-Interesse jedoch nicht aus. Die Diskrepanz zwischen der spektakulären Jahresperformance und dem harten Rückschlag der vergangenen Wochen bleibt das prägende Bild der Aktie.
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