Sivers Semiconductors Aktie: Voleon verliert 111 Prozent
Kursrallye von 70 Prozent bei Sivers Semiconductors führt zu massiven Verlusten für mehrere große Leerverkäufer.
Kurz zusammengefasst
- Kooperation mit GlobalFoundries löst Kursrallye aus
- Drei Hedgefonds erleiden Millionenverluste
- Short-Report von Ningi Research am Vortag
- Bewertung bleibt umstritten trotz Kurssprung
Ein Kursanstieg von rund 70 Prozent an einem einzigen Handelstag. Für mehrere große Leerverkäufer wurde der 2. Juni 2026 zum teuren Erwachen.
Drei Fonds, drei schmerzhafte Verluste
Der Auslöser war eine Kooperationsvereinbarung mit GlobalFoundries. Sivers Semiconductors kündigte an, seine Laser-Arrays in Referenzdesigns der GlobalFoundries-Silizium-Photonik-Plattform zu integrieren. Das Unternehmen verwies auf einen Markt für steckbare Optik, der bis 2030 auf 25 Milliarden Dollar wachsen soll.
Die Nachricht traf einen überfüllten Short-Trade. Laut Daten der schwedischen Finanzaufsicht Finansinspektionen hielten Voleon Capital Management, Two Sigma Investments und Qube Research & Technologies zusammen rund 5,5 Prozent der Aktien leer. Der Gesamtanteil offengelegter Short-Positionen lag bei etwa 7,5 Prozent.
Die Verluste fielen drastisch aus. Voleon Capital soll auf Basis eines durchschnittlichen Leerverkaufspreises von 49,40 SEK rund 111 Prozent im Minus liegen — bei einer Position von etwa 359 Millionen SEK. Two Sigma Investments kommt demnach auf rund 86 Prozent Verlust, mit einem Einstandskurs von 56,12 SEK und einem Positionswert von etwa 440 Millionen SEK. Qube Research & Technologies liegt bei einem Einstandskurs von 71,89 SEK rund 45 Prozent im Minus.
Ein Tag nach dem Short-Report
Das Timing macht den Fall besonders pikant. Nur einen Tag vor dem Kurssprung hatte Ningi Research eine Short-Position in Sivers veröffentlicht. Die Argumentation: Der Kursanstieg von über 2.000 Prozent seit Jahresbeginn basiere auf Spekulation rund um KI-Kunden, künftige Aufträge und ein US-Listing, das noch nicht stattgefunden hat. Die Aktie fiel daraufhin um fast 12 Prozent.
Am nächsten Tag drehte sich das Bild vollständig.
Bewertungsfrage bleibt offen
Nicht alle Marktbeobachter teilen die Euphorie. Redeye-Analyst Jacob Benon bezeichnete die Kursreaktion als sehr stark. Sein fairer Wert für die Aktie liegt bei 6,20 SEK — die Aktie schloss am 2. Juni knapp unter 100 SEK. Affärsvärlden wies zudem darauf hin, dass GlobalFoundries die Kooperation bereits einen Monat früher präsentiert hatte.
Die Pressemitteilung selbst enthielt kaum konkrete Finanzdaten. Trotzdem reichte sie aus, um eine der spektakulärsten Squeeze-Bewegungen des Jahres auszulösen.
Der nächste Fixpunkt im Unternehmenskalender ist die Hauptversammlung am 15. Juni. Danach folgt am 6. August der Halbjahresbericht — der erste echte Zahlentest für eine Aktie, die fundamental und markttechnisch kaum weiter auseinanderliegen könnten.
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