Sivers Semiconductors: CEO kauft 70.000 Aktien vor Blackout
CEO Vickram Vathulya erwirbt 70.000 Aktien vor der Blackout-Phase. Der Kurs erholt sich nach starken Verlusten durch Lock-up-Ende.

Kurz zusammengefasst
- CEO kauft 70.000 Aktien vor Sperrfrist
- Aktie erholt sich um 7,7 Prozent
- Lock-up-Ende löste Kursrutsch aus
- Dual-Listing in New York geplant
Sivers Semiconductors legt am Montag kräftig zu. Die Aktie springt um 7,70 Prozent auf 3,05 Euro. Der Sprung kommt nicht von irgendwoher: CEO Vickram Vathulya hat kurz vor einer gesetzlichen Handelssperre selbst Aktien gekauft.
Der Kauf vor der Blackout-Phase
Nach EU-Recht müssen Unternehmen vor der Veröffentlichung von Finanzberichten eine sogenannte Closed Period einhalten. In diesen 30 Tagen dürfen Vorstand und Insider keine eigenen Aktien handeln. Diese Sperre beginnt Ende Juli.
Kurz davor hat Vathulya nochmal zugeschlagen. Er kaufte 70.000 zusätzliche Aktien am freien Markt. Damit hält der CEO nun 4.540.076 Aktien, ergänzt durch 3.700.000 Mitarbeiteroptionen. Marktteilnehmer deuten den Kauf als Vertrauenssignal — er folgt kurz auf den Ablauf von Lock-up-Vereinbarungen anderer Vorstandsmitglieder und Manager Mitte Juli.
Warum die Aktie zuletzt abstürzte
Die heutige Erholung fällt in eine Phase extremer Schwankungen. Über die vergangenen 30 Tage verlor die Aktie fast die Hälfte ihres Werts, minus 48,99 Prozent. Auslöser war der Ablauf einer Lock-up-Frist am 16. Juli 2026.
Diese Frist war an eine gezielte Kapitalerhöhung im Frühjahr gekoppelt. Sivers sammelte dabei rund 700 Millionen schwedische Kronen ein, zu einem Preis von 57 Kronen pro Aktie im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren. Sowohl schwedische als auch internationale Investoren zeichneten das Angebot über die geplante Summe hinaus.
Das frische Kapital fließt in den Ausbau der Fertigungskapazität im Photonics-Geschäft. Zusätzlich stärkt Sivers damit die Bilanz, um das wachsende Auftragsvolumen in den Bereichen KI-Rechenzentren, Satellitenkommunikation und Verteidigung zu bedienen.
Der Blick nach New York
Parallel zur Kapitalerhöhung treibt Sivers ein strategisches Ziel voran: ein Dual-Listing an der Nasdaq in New York. Das Unternehmen bestätigt, dieses Ziel bis Ende 2026 erreichen zu wollen.
Für den US-Börsengang muss Sivers seine Finanzberichte an die Standards des Public Company Accounting Oversight Board anpassen. Dieser sogenannte Audit Uplift ist Pflicht für den Zugang zu US-Kapitalmärkten und für internationale institutionelle Investoren. Die zusätzliche Prüftiefe hat Folgen für den Kalender: Der Quartalsbericht für das zweite Quartal verschiebt sich auf August 2026.
Die Aktie bleibt trotz der heutigen Erholung 70,21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, erreicht Anfang Juni. Die annualisierte Volatilität von 163,90 Prozent zeigt, wie nervös der Markt die Aktie derzeit einpreist. Der verschobene Quartalsbericht im August dürfte der nächste Termin sein, an dem sich zeigt, ob der Insiderkauf tatsächlich ein Wendepunkt war.
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