SK Hynix Aktie: 100 Billionen Won Halbjahresgewinn erwartet
Trotz deutlicher Kursverluste erwartet der Markt für SK Hynix einen historischen operativen Gewinn, getrieben durch HBM4 und DDR5.

Kurz zusammengefasst
- Analysten prognostizieren Rekord-Operating Profit
- HBM4-Nachfrage und DRAM-Preise als Treiber
- Nasdaq-Debüt schafft Preisunterschiede
- Kurskorrektur von über 40 Prozent zum Hoch
SK Hynix steuert auf den 29. Juli zu. Dann legt der Speicherchip-Hersteller seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Die Erwartungen sind hoch, der Aktienkurs zuletzt aber deutlich unter Druck.
Am Freitag verlor die Aktie 3,88 Prozent und schloss bei 1.759.000 Won. Grund war ein breiter Ausverkauf am südkoreanischen Markt wegen der Nahost-Spannungen. Auf Monatssicht steht sogar ein Minus von 31,82 Prozent zu Buche.
Analysten erwarten historischen Gewinn
14 große Broker-Häuser haben ihre Prognosen für das Quartal zusammengetragen. Der Konsens: Umsatz von rund 84,1 Billionen Won, operativer Gewinn von 64,1 Billionen Won. Treffen diese Schätzungen zu, würde der operative Gewinn für das erste Halbjahr 2026 die Marke von 100 Billionen Won überschreiten.
Treiber ist die anhaltende Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips der Generation HBM4. Branchendaten zeigen zudem: Die Vertragspreise für DRAM-Speicher sind im vergangenen Quartal um mehr als 50 Prozent gestiegen. SK Hynix sitzt damit an einer seltenen Position echter Preismacht im Speicherchip-Markt.
Nasdaq-Listing schafft zweigeteilten Markt
Am 10. Juli feierte SK Hynix sein Debüt an der Nasdaq. Das ADR-Angebot brachte rund 26,5 Milliarden Dollar ein und war deutlich überzeichnet. Die internationale Nachfrage war so stark, dass sich ein spürbarer Preisunterschied gebildet hat.
Die in den USA gehandelten Papiere notieren mittlerweile über 30 Prozent höher als die Stammaktien in Seoul. Ein südkoreanisches Regulierungsquorum begrenzt die Umwandlung lokaler Aktien in ADRs auf 2,5 Prozent der Gesamtaktienzahl. Das erschwert Arbitrage-Geschäfte und hält die Nachfrage nach der US-Linie hoch.
Kapazitäten wandern zu DDR5
Parallel zum HBM-Boom verschiebt SK Hynix Produktionskapazitäten. Ursprünglich für HBM4 vorgesehene Fertigungslinien fließen nun teilweise in den Ausbau von DDR5-Speicher. Der Grund: akute Lieferengpässe im Massenmarkt für Standard-DRAM.
Die Margen bei DDR5 nähern sich Berichten zufolge 90 Prozent. Analysten werten den Schritt als gezielte Margenoptimierung. Das Unternehmen sichert sich so zusätzliche Gewinne, ohne die Kapazitäten im zunehmend umkämpften HBM-Segment übermäßig auszuweiten.
Charttechnik zeigt überverkaufte Tendenz
Der Kurs hat sich von seinem 52-Wochen-Hoch bei 2.987.000 Won vom 25. Juni deutlich entfernt – aktuell liegt er 41,11 Prozent darunter. Seit Jahresbeginn bleibt trotz der Korrektur ein Plus von 170,74 Prozent stehen. Der 14-Tage-RSI notiert bei 40,1 und nähert sich damit überverkauftem Terrain.
Die kommende Handelswoche dreht sich fast ausschließlich um den Zahlentermin am 29. Juli und den Ausblick des Managements für das restliche Jahr. Investoren richten den Blick zudem auf den Fortschritt des Halbleiter-Clusters in Yongin sowie auf die Sampling-Zeitpläne für die nächste HBM4E-Generation. Beide Faktoren gelten als zentrale Weichensteller für die zweite Jahreshälfte 2026.
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