SK Hynix Aktie: 3,4 Prozent Minus auf 1.671.000 Won
SK Hynix verliert nach US-Chip-Ausverkauf, Analysten bleiben zuversichtlich. Nvidia-Zahlen und Zinsentscheidung könnten Richtung vorgeben.
Kurz zusammengefasst
- US-Chip-Ausverkauf belastet SK Hynix
- Analysten erhöhen Kursziel trotz Schwäche
- Nvidia-Quartalszahlen als wichtiger Indikator
- DRAM-Preise steigen deutlich im Q3
Ein breiter Ausverkauf bei US-Halbleiterwerten hat am Montag auch SK Hynix erfasst. Die Aktie schloss mit einem Minus von 3,4 Prozent bei 1.671.000 Won, nachdem der Kospi um rund drei Prozent nachgegeben hatte. Auslöser war ein Kurseinbruch bei amerikanischen Speicherchip-Herstellern: Micron verlor fast sechs Prozent, SanDisk mehr als sechs Prozent, Nvidia knapp drei Prozent.
Der Rücksetzer trifft eine Aktie, die zuletzt ohnehin unter Druck stand. Binnen 30 Tagen hat SK Hynix acht Prozent eingebüßt und notiert damit 16 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit dem 52-Wochen-Hoch von Ende Juni fehlen dem Papier 44 Prozent. Gemessen am Jahresbeginn bleibt mit einem Plus von 157 Prozent dennoch eine der stärksten Kursbewegungen der gesamten Chipbranche übrig.
Nvidia-Zahlen als nächster Prüfstein
Im Zentrum der Nervosität steht der Quartalsbericht von Nvidia, der für den heutigen Mittwoch erwartet wird. Die Zahlen gelten als richtungsweisend für die gesamte AI-Speicherchip-Lieferkette, zu der SK Hynix als wichtiger Zulieferer von High-Bandwidth-Memory zählt.
Zusätzliche Unsicherheit bringt laut der Herald Business auch die anstehende Zinsentscheidung der südkoreanischen Notenbank am Donnerstag sowie das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole Ende der Woche. Steigende US-Langfristrenditen von über 5,3 Prozent verschärfen die Risikoscheu an den asiatischen Börsen zusätzlich.
Parallel kursieren Spekulationen, wonach Apple bei der Qualifizierung von DRAM-Speicher testweise auf den chinesischen Hersteller CXMT setzt – ein Bericht von Invezz führt dies als möglichen Belastungsfaktor für SK Hynix an, ohne dass sich daraus bislang konkrete Auftragsverschiebungen ableiten lassen.
Zugleich bleibt die strukturelle Nachfragesituation intakt: Laut TrendForce sind die Vertragspreise für Server-DRAM im dritten Quartal um 13 bis 18 Prozent gestiegen, während Nvidia seine Serverpreise laut Bloomberg ab 2027 um mehr als 15 Prozent anheben will – ein Umfeld, das Speicherherstellern tendenziell zugutekommt.
Analysten bleiben trotz Kursschwäche optimistisch
Der Kursrutsch deckt sich nicht mit der Einschätzung der Analysten. Needham-Analyst Quinn Bolton bestätigte am Montag seine Kaufempfehlung für die in den USA gehandelten SK-Hynix-Anteilsscheine und hob das Kursziel von 200 auf 220 US-Dollar an.
Begründet wird dies unter anderem mit dem im August angekündigten Aktienrückkauf über 40 Billionen Won. Der Analystenkonsens an der Wall Street liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 248 US-Dollar, was gegenüber dem damaligen Kursniveau ein erhebliches Aufwärtspotenzial signalisiert.
Die Diskrepanz zwischen skeptischer Kursreaktion und optimistischen Analystenstimmen verweist auf die grundsätzliche Spannung im Sektor: Kurzfristige Volatilität, befeuert durch US-Vorgaben und makroökonomische Termine, trifft auf eine mittelfristig als intakt eingeschätzte Nachfrage nach Speicherchips für KI-Infrastruktur.
Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 145 Prozent bleibt die Aktie für Anleger ein Papier mit ausgeprägten Kursschwankungen in beide Richtungen.
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