SK Hynix Aktie: 750 Milliarden Dollar Liefervertrag
Samsung und SK Hynix schließen auf dem K-AI-Summit Lieferverträge im Wert von rund 950 Milliarden Dollar mit Technologiegiganten ab.

Kurz zusammengefasst
- Lieferverträge über 950 Milliarden Dollar
- SK Hynix sichert sich 750 Milliarden Dollar
- Nvidia-Deal über 500 Milliarden Dollar
- Samsung vereinbart 200 Milliarden mit Broadcom
Samsung und SK Hynix haben am Freitag in San Francisco mit Nvidia, Microsoft und Broadcom Lieferverträge im Volumen von rund 950 Milliarden Dollar unterzeichnet. Die Vereinbarungen entstanden beim K-AI-Summit und zählen zu den größten Halbleiter-Pakten der Branche. Für SK Hynix allein summieren sich die Zusagen auf 750 Milliarden Dollar.
Milliardenschwere KI-Allianz mit Nvidia und Microsoft
Kernstück ist eine Absichtserklärung mit Nvidia über mehr als 500 Milliarden Dollar: SK Hynix soll Speicherchips für Rechenzentren liefern, die bis 2027 entstehen sollen, inklusive HBM4-Bausteinen für die kommende Vera-Rubin-Plattform. Hinzu kommt eine langfristige Vereinbarung mit Microsoft über Server-Speicher sowie eine Absichtserklärung der Konzerntochter SK Telecom mit Anthropic für ein KI-Rechenzentrum im Gigawatt-Maßstab.
SK-Group-Chairman Chey bezeichnete die Vereinbarungen als „realistischen Plan auf Basis tatsächlicher Nachfrage“. Der Konzern führt zudem Gespräche mit AWS und OpenAI über weitere Kooperationen. Samsung sicherte sich parallel mit Broadcom eine Vereinbarung über 200 Milliarden Dollar, die bis 2030 läuft und Speicherchips, Foundry-Fertigung und fortschrittliches Packaging umfasst.
Volatiler Handel trotz guter Nachrichten
An der Börse sorgte die Nachricht zunächst für Erleichterung, nachdem der Kospi bereits am Freitag um 5,72 Prozent eingebrochen war. Am heutigen Montag springt die SK-Hynix-Aktie um 3,24 Prozent auf 1.816.000 Won.
Der Kurs bleibt dennoch weit von seinem Rekordhoch entfernt: Zum 52-Wochen-Hoch fehlen der Aktie noch 39,20 Prozent. Anleger bleiben skeptisch, ob die Absichtserklärungen tatsächlich in feste Aufträge münden. Professor Yongseok Kim mahnt, eine echte Bewertung der Deals sei erst um das Jahr 2028 möglich, wenn sich zeigt, ob die Nachfrage die milliardenschweren Investitionen rechtfertigt. Zusätzliche Unsicherheit kommt von der Konkurrenz aus China: Der Speicherhersteller CXMT baut seine Kapazitäten aus, was Sorgen vor einem Wendepunkt im KI-Boom nährt.
Rekordquartal und höhere Kursziele erwartet
Am Mittwoch legt SK Hynix Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Analysten erwarten einen operativen Gewinn, der den bisherigen Bestwert nahezu verdoppelt und den gesamten Gewinn des Jahres 2025 übertrifft. Getrieben wird das Wachstum von der Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory-Chips für KI-Rechenzentren.
Die Investmentbank Mirae Asset rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der DRAM-Preise um 161,4 Prozent und der NAND-Preise um 222,2 Prozent. SK Hynix hat die Kapazitäten für klassischen Speicher gedrosselt, um mehr HBM4-Chips zu produzieren – das verknappt das Angebot zusätzlich und treibt die Preise.
KB Securities hat sein Kursziel für SK Hynix auf bis zu 4,2 Millionen Won angehoben, insgesamt zogen sechs Wertpapierhäuser ihre Zielmarken nach oben. Begründet wird dies mit dem Ausbau der langfristigen Lieferverträge und der Erwartung, dass die operative Marge erneut über der von TSMC liegen könnte. Der Auftragsbestand der großen Cloud-Anbieter lag im ersten Quartal bei rund 2,1 Billionen Dollar. SK Hynix hält zudem einen Anteil von 14 Prozent an Kioxia und ist damit effektiv zweitgrößter Aktionär des japanischen Speicherherstellers – ein Signal für die Überzeugung des Unternehmens im Bereich Enterprise-Storage.
Frisches Kapital und strategischer Kurswechsel
Rückenwind erhält SK Hynix auch von den Finanzmärkten: Die im Juli abgeschlossene US-Notierung brachte dem Unternehmen 26,5 Milliarden Dollar ein und gilt als größter Auslands-Börsengang in der US-Geschichte. Der damit verbundene Kapitalzufluss trug dazu bei, dass der koreanische Won im Juli um rund 6 Prozent aufwertete – die stärkste Entwicklung unter den asiatischen Währungen.
Parallel dazu vollzieht SK Hynix einen strategischen Kurswechsel: Gemeinsam mit Samsung und Micron gibt der Konzern die Eigenentwicklung von CXL-Controllern auf und setzt künftig auf externe Anbieter. Die frei werdenden Entwicklerteams sollen sich stattdessen auf Processing-in-Memory-Technologie konzentrieren. Das Unternehmen warnt zugleich, dass Speicherengpässe im Jahr 2027 historische Ausmaße erreichen könnten.
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